Orthodoxe Kirchen

 (DR)

Als orthodoxe Kirche wird die aus dem byzantinischen (Oströmischen) Reich hervorgegangene Kirchenfamilie bezeichnet. Sie besteht derzeit aus 14 selbstständigen ("autokephalen") Landeskirchen. "Orthodox" bedeutet auf Griechisch "rechtgläubig". Trotz nationaler Unterschiede versteht sich die Orthodoxie in ihrem Bekenntnis und der Liturgie als eine einzige Kirche. Ehrenoberhaupt ist der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel, Bartholomaios I. (78).

Die Vorrechte Konstantinopels wie die Gewährung der Autokephalie (Eigenständigkeit) an Landeskirchen sind zum Teil umstritten. Der Patriarch hat anders als der Papst in der katholischen Kirche keinen Jurisdiktionsprimat. Über viele Fragen müssen die autokephalen orthodoxen Landeskirchen gemeinsam entscheiden. Dies sind: Konstantinopel, Antiochien, Alexandria, Jerusalem, Serbien, Bulgarien, Georgien, Zypern, Tschechien und die Slowakei, Albanien, Polen, Griechenland, Rumänien und Russland. Als 15. autokephale Landeskirche will Bartholomaios I. an diesem Wochenende die Mitte Dezember gegründete "Orthodoxe Kirche der Ukraine" aufnehmen. Die russisch-orthodoxe Kirche hat aus Protest dagegen bereits die Zusammenarbeit mit dem Ökumenischen Patriarchat eingestellt.

Die weltweit mehr als 220 Millionen orthodoxen Christen bilden nach Katholiken und Protestanten aller Denominationen die drittgrößte christliche Konfession. Von ihnen gehören die weitaus meisten (rund 150 Millionen) zur russisch-orthodoxen Kirche (Moskauer Patriarchat). (KNA / 3.1.19)