Anschließend folgte eine Begegnung mit Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin und dem päpstlichen Außenbeauftragten, Erzbischof Paul Richard Gallagher.
Neben der internationalen Lage sprach man im Staatssekretariat auch über die innenpolitische Situation in Polen. Laut dem Vatikan ging es dabei vor allem um die soziale und wirtschaftliche Lage.
Zudem seien die Beziehungen zwischen Kirche und Staat erörtert worden, etwa im Bildungsbereich und in Bezug auf ethische Fragen. In den vergangenen Monaten hatte es zwischen der Regierung Tusk und den polnischen Bischöfen Meinungsverschiedenheiten insbesondere zu Abtreibungsgesetzen und zum Schulunterricht gegeben.
Einladung nach Polen angenommen
Bei einem anschließenden Statement vor der Presse in Rom bezeichnete Tusk die Begegnung mit dem Papst als "überraschend inoffiziell" und Leo XIV. als einen großartigen Gesprächspartner. Er habe das Kirchenoberhaupt offiziell nach Polen eingeladen, und Leo XIV. habe dies "mit Freude angenommen". Vermutlich sei ein Besuch aber nicht vor 2028 zu erwarten.
"Ich habe ihm von der Lage in Polen erzählt und davon, dass auch wir sehr polarisiert sind; dass dieser politische Konflikt auch in Polen manchmal unnötig scharfe Züge annimmt", so Tusk über die Begegnung mit dem Papst. "Ich hoffe, dass mir dieses Gespräch vielleicht auch dabei helfen wird, bessere Wege und Methoden zu finden, damit diese politischen Konflikte nicht so scharf sind."
Es war die erste Privataudienz für Polens Regierungschef bei dem seit fast einem Jahr amtierenden Leo XIV. Nach den Gesprächen im Vatikan war ein Treffen mit Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni geplant.