Italienische Flagge
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13.07.2021

Italiens Kirche verliert laut Umfrage Ansehen bei Jugendlichen Wenig Hilfe bei der Kirche

Italiens katholische Kirche will neue Wege gehen, um Jugendliche zu erreichen. Dies sei dringend nötig, so die Verantwortlichen für Jugend- und Familienseelsorge bei der Vorstellung einer Studie zu den Folgen von Pandemie und Lockdown.

Fast zwei Drittel der befragten 14- bis 18-Jährigen nannten dies eine "harte Zeit", die zu bewältigen sie Schwierigkeiten hatten. Bei der Kirche fanden sie demnach wenig Hilfe dafür.

Unterschiede zu religiös Desinteressierten

Vorrangige Vertrauenspersonen für Italiens Jugendliche sind demnach Eltern und Freunde. Diese genießen bei über zwei Dritteln der Befragten großes Vertrauen. Gruppenleiterinnen und -leiter, Pfarrer und andere Seelsorgepersonen schneiden mit knapp 20 Prozent deutlich schlechter ab. Sporttrainer, Lehrkräfte, Kollegen und selbst Papst Franziskus stoßen in der Altersgruppe ebenfalls auf mehr Vertrauen (30 bis 40 Prozent).

Entsprechend sind Priester, Ordensleute und andere Seelsorgende nur für ein Prozent der Jugendlichen primäre Bezugsperson; ein Sporttrainer immerhin für drei Prozent. Die genannten Ergebnisse gelten relativ unabhängig vom religiösen Zugehörigkeitsgefühl oder Engagement der Befragten. Gleichzeitig zeige die Umfrage bei gesellschaftlichem Engagement Jugendlicher sowie bei bevorzugten Freizeitaktivitäten signifikante Unterschiede zwischen religiös Interessierten und Desinteressierten.

Umfrage im Auftrag der Bischofskonferenz

Die in der zweiten Juni-Hälfte durchgeführte online-gestützte repräsentative Befragung wurde durchgeführt vom Marktforschungsinstitut Ipsos im Auftrag der Büros für Familien- und Jugendseelsorge sowie Katechese der Italienischen Bischofskonferenz.

Laut Pierpaolo Triani, Professor für Pädagogik und Sozialforschung an in Piacenza, braucht die Begleitung junger Menschen durch kirchliche Vertreter einen Paradigmenwechsel. Kirchliche Pädagogik müsse stärker bei den Bedürfnissen Jugendlicher ansetzen, klare Aussagen machen, ohne rigide zu sein, in konkreten Situationen ansetzen und zugleich zu mehr oder Höherem inspirieren.

Das vergangene Jahr sei dringender Anlass, die jugendliche Lebensphase neu zu betrachten, so Michele Falabretti vom Büro für Jugendseelsorge der Bischofskonferenz. "Jugendliche haben der kirchlichen Gemeinschaft viel zu sagen." Dafür aber brauche es Lehrkräfte, Erzieherinnen und Vorbilder, die bereit sind, sich Zeit zu nehmen und selber hinzuzulernen.

(KNA)

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