Italiens Kirche ruft zum Gebet für Bootsflüchtlinge auf

"Sonntag des Meeres"

In Italiens katholischen Kirchen wird am "Sonntag des Meeres" für alle tödlich verunglückten Bootsflüchtlinge gebetet. Das Meer sei nicht nur ein Symbol für Urlaub und Tourismus, sondern auch für Tragödien auf hoher See.

Flüchtlinge im Mittelmeer / © Santi Palacios/AP (dpa)
Flüchtlinge im Mittelmeer / © Santi Palacios/AP ( dpa )

Das erklärte die Italienische Bischofskonferenz in ihrem Aufruf zum gemeinsamen Gebet. Neben den verstorbenen Bootsflüchtlinge erinnern die Bischöfe auch an die von den Folgen der Pandemie betroffenen Seeleute und die Auswirkungen der Meeresverschmutzung.

Mehr als 900 Tote

Im laufenden Jahr sind nach Schätzungen der Internationalen Organisation für Migration (IOM) bereits rund 900 Menschen im Mittelmeer gestorben. Im gesamten vergangenen Jahr waren es knapp 400 Todesfälle.

Bereits am Dienstag hatte der Vatikan zum "Sonntag des Meeres" eine mangelhafte Wertschätzung von Seeleuten weltweit beklagt. Die maritime Wirtschaft sei ein vitaler Bestandteil der weltweiten Wirtschaft, schrieb Kurienkardinal Peter Turkson, Leiter der Vatikanbehörde für menschliche Entwicklung, in einer Botschaft.

"Mehr als nur Arbeitskräfte"

Etwa 90 Prozent des globalen Handels, auch von medizinischen Gütern und Medikamenten, würden per Schiff transportiert "oder, genauer gesagt, von den 1,7 Millionen Seeleuten, die auf den Schiffen arbeiten". Diese Menschen seien mehr als "nur Arbeitskräfte" und ihre Rechte und ihre seelische, körperliche und spirituelle Gesundheit müssten besser geschützt werden, so der Appell des Vatikan.

Der "Sonntag des Meeres" geht auf eine Initiative der katholischen, anglikanischen und freikirchlichen Seefahrerseelsorge aus dem Jahr 1975 zurück. Der Gedenktag wird immer am zweiten Sonntag im Juli begangen.

Bootsflüchtlinge verlassen ein Schiff im Hafen von Palermo (Archiv) / © Igor Petyx (KNA)
Bootsflüchtlinge verlassen ein Schiff im Hafen von Palermo (Archiv) / © Igor Petyx ( KNA )
Quelle:
KNA