Katholische Uni entwickelt Corona-App für Flüchtlinge

Zum Schutz vor Ansteckung

Eine neue App soll junge Flüchtlinge besser vor Corona schützen. Sie entsteht im Rahmen eines wissenschaftlichen Projektes, das der Lehrstuhl für Klinische und Biologische Psychologie der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt koordiniert.

Frau mit einem Smartphone / © Maria Savenko (shutterstock)
Frau mit einem Smartphone / © Maria Savenko ( shutterstock )

Geflohene wolle man so über die Infektionswege von Corona aufklären und ihnen eine fundierte Entscheidungsgrundlage für eine Covid-Impfung vermitteln, teilte die KU am Dienstag in Eichstätt mit. Das Projekt ist auf ein Jahr angelegt.

App kann großen Personenkreis erreichen

Projektkoordinatorin Hannah Comteße erläuterte: "Viele der Jugendlichen und jungen Erwachsenen sind schon als Kind oder im Jugendalter geflüchtet, so dass auch ihre Bildungsbiografie im Hinblick auf biologisches und medizinisches Wissen unterbrochen wurde." Gerade im beengten Umfeld von Sammelunterkünften brauche es daher kontinuierlich Präventionsarbeit.

Eine App sei dazu gut geeignet, da sie den alltäglichen Gewohnheiten der Altersgruppe entspreche und die Möglichkeit biete, einen großen Personenkreis zu erreichen. Zudem lasse sich dadurch der Wissenszuwachs systematisch erfassen.

Angepasst an Sprachen und Kulturen

"Wir wollen damit biologische Grundlagen vermitteln und zum Beispiel erklären, was Viren sind und wie Impfstoffe im Körper funktionieren, wie eine Infektion erfolgt und wie man sich schützen kann", so Comteße.

Die Inhalte würden in mehreren Sprachen sowie auch kulturangepasst vermittelt, also durch Personen, mit denen sich die Nutzer identifizieren könnten. Zudem wollten die Forscherinnen auf aktuelle Mythen und Gerüchte reagieren - etwa die Befürchtung, dass mRNA-Impfstoffe das Erbgut veränderten oder zu Unfruchtbarkeit führten.

Anknüpfung an Projekt aus Würzburg

Ergänzend zur App werde eine psychologische Intervention entwickelt. "Eine Verhaltensänderung braucht zunächst Wissen als Grundlage", sagte Comteße. "Für manche Personen sind darüber hinaus aber noch weitere Variablen relevant, die hindern oder motivieren - etwa die Sorge hinsichtlich persönlicher Risiken."

Technisch knüpfe das Projekt an eine bestehende Anwendung der Julius-Maximilians-Universität Würzburg an, die inhaltlich angepasst und um spielerische Elemente erweitert werde, hieß es weiter. Neben der Würzburger Uni sei auch die Regensburger Hochschule Döpfer (HSD) an dem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projekt beteiligt.

Quelle:
KNA
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