"Nummer zwei" des Vatikan lobt deutsche Flüchtlingshilfe

"Dank der ökumenischen Zusammenarbeit"

Zum Abschluss seines dreitägigen Berlin-Besuchs hat Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin das weltweite soziale Engagement Deutschlands gewürdigt. Auch die Hilfe der beiden großen Kirchen für Geflüchtete würdigte Kardinal Parolin.

Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin bei einem Symposium am 30. Juni 2021 in der Apostolischen Nuntiatur in Berlin. / © Grodon Welters (KNA)
Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin bei einem Symposium am 30. Juni 2021 in der Apostolischen Nuntiatur in Berlin. / © Grodon Welters ( KNA )

Bei einer Festveranstaltung in der päpstlichen Nuntiatur zu 100 Jahren diplomatischer Beziehungen zwischen Deutschland und dem Heiligen Stuhl hob er am Mittwochabend die Aufnahme syrischer Flüchtlinge 2015 hervor.

Die Hilfe für sie sei auch Dank der ökumenischen Zusammenarbeit von Katholiken und Protestanten erfolgt, betonte der "zweite Mann" im Vatikan nach Papst Franziskus. In dessen Namen ist er für die politischen und diplomatischen Aktivitäten des Heiligen Stuhls hauptverantwortlich.

Gute Beziehungen zwischen Berlin und Vatikan

Parolin bescheinigte Deutschland und dem Heiligen Stuhl "gute Beziehungen und eine fruchtbare Zusammenarbeit" unter anderem in den Bereichen Bildung und Gesundheitswesen. Im Lauf der Geschichte seien die Beziehungen "nicht immer einfach, aber nie unterbrochen" gewesen.

Ein Zeichen dafür seien das Reichskonkordat von 1933, das der katholischen Kirche Schutz vor Angriffen der Nationalsozialisten geboten habe, und die Staatskirchenverträge mit den Bundesländern.

Bei seinem Besuch hatte Parolin am Dienstag Gespräche mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sowie deutschen Bischöfen geführt. In der Sankt-Johannes-Basilika feierte er einen Festgottesdienst zum Jubiläum. Zudem traf er mit Spitzenvertretern katholischer Hilfswerke zusammen und besuchte die ökumenische Bahnhofsmission am Berliner Ostbahnhof. Der Besuch Parolins war ursprünglich bereits für 2020 geplant, wurde jedoch wegen der Pandemie verschoben.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier empfängt Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin / © Wolfgang Kumm (dpa)
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier empfängt Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin / © Wolfgang Kumm ( dpa )
Quelle:
KNA