Papst bittet Anglikaner um Impulse für Weltsynode

"Wir empfinden Sie als wertvolle Mitreisende"

Papst Franziskus hat zu Ehrlichkeit und Nähe im ökumenischen Dialog aufgerufen. Es gehe darum, sich persönlich kennenzulernen, Ziele und Müdigkeit zu teilen, "sich die Hände schmutzig zu machen."

Papst Franziskus spricht / © Alessandra Tarantino (dpa)
Papst Franziskus spricht / © Alessandra Tarantino ( dpa )

Das erklärte Franziskus bei einer Audienz mit der anglikanisch-katholischen Kommission (ARCIC) am Freitag im Vatikan. Die Sünden, die zur geschichtlichen Spaltung geführt hätten, könnten nur mit Mut und Transparenz überwunden werden, so das Kirchenoberhaupt weiter.

Zudem hofft Franziskus auch auf den Beitrag der anglikanischen Kirchengemeinschaft zur laufenden Weltsynode der katholischen Kirche: "Wir empfinden Sie als wertvolle Mitreisende", so der Papst. Ein wichtiger Meilenstein sei dabei die für Anfang Juli geplante Reise in den Südsudan. Franziskus will diesen "Ökumenischen Pilgerweg des Friedens" gemeinsam mit Anglikaner-Primas Justin Welby und dem Moderator der Kirche von Schottland, Jim Wallace begehen.

Aufruf zum weltweiten Frieden

Erneut rief der 85-Jährige zum weltweiten Frieden auf und ermahnte Christen, "sich für die Versöhnung einzusetzen, die Eintracht zu fördern und der perversen und sinnlosen Spirale von Gewalt und Waffen ein Ende zu setzen".

Die Anglikanisch-römisch-katholische internationale Kommission wurde 1967 vom Erzbischof von Canterbury, Michael Ramsey, und Papst Paul VI. gegründet und strebt ökumenische Fortschritte zwischen der römisch-katholischen Kirche und der anglikanischen Gemeinschaft an. Hauptanliegen ist die Überwindung der Differenzen zwischen den beiden Kirchen, die durch das Schisma im 16. Jahrhundert hervorgerufen bzw. verstärkt wurden.

Anglikanische Kirche

Die anglikanische Kirche entstand zur Zeit der Reformation in England. König Heinrich VIII. brach 1533 mit dem Papst, weil dieser sich weigerte, die Ehe des Königs zu annullieren. Als Oberhaupt einer neuen Staatskirche setzte sich Heinrich VIII. 1534 selbst ein. In Glaubensfragen blieben die Anglikaner zunächst bei der katholischen Lehre; später setzten sich protestantische Einflüsse durch. 1549 erschien das erste anglikanische Glaubensbuch, das "Book of Common Prayer".

Kathedrale von Salisbury, England / © Jan van der Wolf (shutterstock)

Quelle:
KNA