Weltsynode soll Stimmen der LGBTQ-Gemeinschaft hören

Keine "Mauern der Gleichgültigkeit"

Bei der von Papst Franziskus ausgerufenen Weltsynode der katholischen Kirche sollen auch Stimmen aus der LGBTQ-Gemeinschaft gehört werden. Eine konkrete Idee für eine Teilhabe kam zum Beispiel aus Australien.

Ein Kirchturm mit einer Regenbogenfahne / © Kris Hoobaer (shutterstock)
Ein Kirchturm mit einer Regenbogenfahne / © Kris Hoobaer ( shutterstock )

Die Abkürzung LGBTQ steht für Personen, die sich als lesbisch, schwul, bisexuell, Transgender oder queer identifizieren. Die "hörende Kirche" solle sich diesbezüglich bemühen, gastfreundlich zu sein, schrieb der Kommunikationsleiter der Synode, Thierry Bonaventura, in einem Newsletter (Samstag) des Vatikan. Die Kirche müsse sich der von ihr selbst errichteten Barrieren bewusst werden und die "Mauern der Gleichgültigkeit" niederreißen. Niemand in der Kirche solle als "anders" betrachtet werden - ganz gleich, wer er oder sie sei.

Umfragen als Teilnahme

Zudem machte das Synodensekretariat auf verschiedene Initiativen aufmerksam, durch die Stimmen von LGBTQ-Katholiken gehört werden sollen. So gab es etwa eine Umfrage durch einen australischen Bischof unter betroffenen Gläubigen seines Bistums. Sie waren aufgerufen, ihre Erwartungen an die Weltsynode zu schildern. Die Ergebnisse fließen in ein Positionspapier des Bistums ein.

Zurzeit finden Umfragen unter Gläubigen in Bistümern weltweit statt. Von den nationalen Bischofskonferenzen zusammengefasst, gehen die Ergebnisse an den Vatikan. Auf deren Grundlage treten dann Bischöfe auf kontinentaler Ebene zu Beratungen zusammen. Die letzte Phase bildet die Synodenversammlung der Bischöfe im Oktober 2023 im Vatikan.

Weltsynode 2021-2024

Papst Franziskus hat am 9. Oktober 2021 einen weltweiten synodalen Prozess der katholischen Kirche eröffnet. In dem zunächst auf zwei, mittlerweile auf drei Jahre angelegten mehrstufigen Dialog soll die Kirche vor allem einen anderen Umgangsstil einüben. Dabei geht es zunächst darum, einander und anderen genauer zuzuhören. So soll die Kirche nach Wunsch des Papstes besser erkennen, welchen Herausforderungen sie sich stellen muss und wie sie - Gottes Willen entsprechend - damit umgeht.

Papst Franziskus hält die Hand ans Ohr / © Paul Hering (KNA)
Papst Franziskus hält die Hand ans Ohr / © Paul Hering ( KNA )

Quelle:
KNA