Hildegard von Bingen

Bildnis von Hildegard von Bingen am Altar der Rochuskapelle in Bingen (KNA)

Die heilige Hildegard von Bingen war eine der bedeutendsten Frauen des Mittelalters. Ihr genaues Geburtsdatum ist nicht überliefert; doch geht die Forschung davon aus, dass sie 1098 im rheinhessischen Bermersheim zur Welt kam. Schon mit acht Jahren übergaben ihre Eltern die Tochter zur Erziehung an Jutta von Sponheim, die sich bei der Benediktinerabtei Disibodenberg an der Nahe (Rheinpfalz) niedergelassen hatte. Nach dem Tod ihrer Lehrerin übernahm Hildegard 1136 die Leitung der Frauenklause. Um 1150 verlegte sie die Gemeinschaft in ein neues Kloster auf dem nahe gelegenen Rupertsberg bei Bingen.

Die Ordensfrau war eine Visionärin und Prophetin, sah sich selbst als "Posaune Gottes". Kirchenleute und weltliche Herrscher schätzten ihren Rat. Zu ihrer Hinterlassenschaft gehören ein umfangreiches visionäres Schrifttum, darunter das Werk "Liber Scivias" (Wisse die Wege), viele Briefe, natur- und heilkundliche Schriften und auch Kompositionen. Als eine weitere Gründung von ihr gilt das Kloster Eibingen, das bis 1814 bestand.

Hildegard starb am 17. September 1179, der in der katholischen Kirche auch als ihr Festtag begangen wurde. Begraben wurde sie in der Pfarrkirche in Rüdesheim-Eibingen. Der deutsche Papst Benedikt XVI. (2005-2013) erhob Hildegard von Bingen 2012 zur Heiligen der Universalkirche und ernannte sie zur Kirchenlehrerin. (KNA)