Die Regierungschefs von Deutschland, Frankreich und Großbritannien haben die Tötung von Demonstranten durch iranische Sicherheitskräfte verurteilt. In einer gemeinsamen Erklärung forderten Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), Präsident Emmanuel Macron und Premier Keir Starmer die Verantwortlichen am Freitagabend zur Zurückhaltung auf.
"Die iranischen Behörden sind verantwortlich für den Schutz der eigenen Bevölkerung und müssen Meinungsfreiheit sowie friedliche Versammlungen zulassen, ohne dass Angst vor Repressalien herrscht", so die europäischen Staatenlenker. Die Grundrechte der iranischen Bürger müssten gewahrt werden.
Die anhaltende Protestwelle im Iran hatte sich Ende Dezember vor allem an den rapide steigenden Lebenshaltungskosten in der Islamischen Republik entzündet. Die Demonstranten fordern den Sturz der Mullah-Regierung in Teheran. Als Gegenreaktion schaltete die schiitische Staatsführung zuletzt Internet und Telefonleitungen im Land ab. Menschenrechtsorganisationen werfen den Sicherheitskräften vor, Dutzende Menschen bei den Protesten erschossen zu haben.
Die christliche Minderheit im Iran
Auch die christlichen Minderheiten im Iran blicken mit Sorge auf die Lage: Zwar ist Christen laut Verfassung Kultfreiheit zugesichert, doch sie sind eine kleine Gruppe in einem schiitisch geprägten Land; von rund 500.000 Christen gelten etwa 22.000 als katholisch. Kirchenvertreter berichten zugleich von massiven sozialen Nöten, Abwanderung junger Menschen und Priestermangel – vielerorts fehlt sogar der Nachwuchs im Seminar.
Menschenrechtler sprechen zudem von anhaltendem Druck auf religiöse Minderheiten: Allein 2023 seien mindestens 160 Iraner wegen ihres christlichen Glaubens verhaftet worden; Konversion bleibt besonders sensibel. Für die Gemeinden ist das ein Prüfstein des Glaubens – und ein Auftrag, trotz Angst und Unsicherheit Hoffnung wachzuhalten und in der Seelsorge bei den Menschen zu bleiben.