DOMRADIO.DE: Was sind Ihre Aufgaben in Kopenhagen?
Greta Wigger (Praktikantin beim Freiwilligendienst des Bonifatiuswerks): Ich arbeite hier an einer Schule mit und begleite dort einige Lehrer. Das sind hauptsächlich Deutschlehrer. Ich helfe im Deutschunterricht mit, spreche mit den Schülern, einfach damit auch das praktische Deutsch geübt werden kann. Ich beantworte Fragen zur deutschen Kultur und wie das System dort läuft. Jeden Mittwoch wird eine Messe angeboten. Da koche ich, da das in der Mittagspause stattfindet.
DOMRADIO.DE: Das klingt nach Einsatz. Wie viel Zeit nimmt das in Anspruch?
Wigger: Man kann sich das so vorstellen wie einen normalen Stundenplan. Es ist eine geregelte Arbeitszeit von montags bis freitags, acht bis vierzehn Uhr. Sehr angenehm.
DOMRADIO.DE: Was bekommen Sie vom Alltag in Kopenhagen mit?
Wigger: Dadurch, dass ich auch mit den Lehrern im Lehrerzimmer sprechen kann, bekomme ich einen Einblick in die Kultur Dänemarks. Gerade weil dort auch jüngere Vertretungslehrer sind, ist es interessant, noch einmal etwas aus dem Studierendenleben mitzubekommen. Generell gibt es in der Stadt viele internationale Studierende, sodass man gut Leute kennenlernen und Kontakte knüpfen kann.
Das liegt auch daran, dass ich in einem internationalen Wohnheim lebe. Dort sind wir Praktikanten untergebracht. So bekomme ich auch viel von der Kultur anderer Länder mit, hauptsächlich aus Südeuropa. Insgesamt erhält man hier sehr viele unterschiedliche Einblicke aus Dänemark, aber auch aus anderen Kulturen, was ich sehr schätze.
DOMRADIO.DE: Sprechen Sie Dänisch?
Wigger: Ich habe letzte Woche meinen Dänischkurs angefangen und sonst habe ich im Unterricht natürlich immer was mitbekommen und wir haben hier auch Glück, weil die dänische Sprache der deutschen Sprache recht ähnlich ist. Es kommt in Gang.
DOMRADIO.DE: Wie sind Sie nach Kopenhagen gekommen?
Wigger: Ich habe mich zuerst ein bisschen auf der Seite vom Bonifatiuswerk informiert und dort auch recht schnell das Bewerbungsformular gefunden. Man füllt das Formular aus, hängt ein Foto an, und damit ist die Bewerbung quasi schon abgeschlossen. Danach wartet man nur noch auf eine Rückmeldung. Im weiteren Verlauf gibt es dann noch ein Bewerbungsgespräch, aber man wird gut angeleitet, sodass sich alles fast von selbst ergibt.
DOMRADIO.DE: Welche Voraussetzungen sollte man mitbringen?
Wigger: Es ist gut, wenn man schon in der Gemeinde aktiv war. Ich war zum Beispiel Sternsingerin und Messdienerin, das ist aber kein Muss. Wichtig ist, dass man sich ein bisschen mit dem Glauben beschäftigt hat und offen für eine neue Kultur ist, da man in ein neues Land geht. Dabei kann der Glaube dort etwas anders gelebt werden, und man sollte nicht zu sehr am eigenen festhalten, sondern auch bereit sein, den Blick zu weiten.
DOMRADIO.DE: Wie lange muss oder darf man sich verpflichten?
Wigger: Von sechs bis elf Monaten ist die Spanne. Die meisten bleiben zehn Monate, aber das variiert und wird abgesprochen.
DOMRADIO.DE: Verdient man etwas, damit man sich auch in der Freizeit was leisten kann?
Wigger: Wir bekommen hier Taschengeld, das sind 100 Euro pro Monat. Je nach Einsatzstätte kann man damit mehr oder weniger machen. Aber es kommen alle ganz gut hin, so wie ich das gehört habe.
DOMRADIO.DE: Es gibt eine ganze Reihe von Ländern, die zur Auswahl stehen. Was würden Sie Interessierten raten? Wie findet man den richtigen Ort und die richtige Aufgabe für sich?
Wigger: Auf jeden Fall einmal auf die Website vom Bonifatiuswerk für das "Praktikum im Norden" gehen. Dort ist aufgelistet, welche Orte es gibt, ob man mit einem Mitpraktikanten oder einer Mitpraktikantin dort wäre und welche Aufgaben anfallen. Außerdem gibt es immer Blog-Einträge, die ich persönlich sehr interessant fand, um zu lesen, was die Praktikanten dort gerade machen. So bekommt man einen guten Einblick und kann entscheiden, was am besten zu einem selbst passt.
DOMRADIO.DE: Sie sind noch bis Juni in Kopenhagen. Würden Sie es nochmal machen?
Wigger: Auf jeden Fall, es gefällt mir sehr gut.
Das Interview führte Heike Sicconi.