Papst Franziskus besucht russischen Botschafter am Vatikan

Überraschender Schritt

Papst Franziskus hat am Freitagmittag überraschend die Russische Botschaft am Heiligen Stuhl besucht. Der Papst brachte bei dem rund halbstündigen Gespräch mit Botschafter Alexander Awdejew "seine Sorge über den Krieg zum Ausdruck".

Papst Franziskus zu Fuß unterwegs / © Stefano Dal Pozzolo/Romano Siciliani (KNA)
Papst Franziskus zu Fuß unterwegs / © Stefano Dal Pozzolo/Romano Siciliani ( KNA )

Das bestätigte das vatikanische Presseamt. Twitter-Videos zufällig anwesender Journalisten zeigten einen Fiat 500 mit dem Papst, wie er das Botschaftsgebäude verlässt, das wenige hundert Meter vom Petersplatz entfernt liegt. Unklar ist bislang, ob das Kirchenoberhaupt auch die ukrainische Botschaft am Vatikan besucht.

Der Botschafter Moskaus äußerte sich später gegenüber russischen Medien zu dem Besuch. Demnach habe sich der Papst "sehr besorgt über die Situation der gesamten Bevölkerung" gezeigt und dazu aufgerufen, die Menschen zu verschonen, zitierte die Agentur RIA Novosti Botschafter Awdejew.

Aufruf zu einem Fast- und Gebetstag für die Ukraine

Am Mittwoch hatte Franziskus zu einem Fast- und Gebetstag für die Ukraine am kommenden Aschermittwoch aufgerufen.

Nach dem Angriff russischer Streitkräfte am Donnerstag erklärte Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin, es sei noch Raum für Verhandlungen und Vernunft, "die die Welt vor dem Wahnsinn und Schrecken des Krieges bewahrt"; und weiter: "Wir Gläubigen verlieren nicht die Hoffnung auf einen Schimmer von Gewissen seitens derer, die die Geschicke der Welt in ihren Händen halten."

Vatikan zu Ukraine: Es ist noch Zeit für guten Willen

Der Vatikan fordert weiterhin Einsatz für den Frieden in der Ukraine. Es sei noch Zeit für guten Willen, Raum für Verhandlungen und Vernunft, die die Welt vor dem Wahnsinn und Schrecken des Krieges bewahrten, so Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin in einer Mitteilung. "Wir Gläubigen verlieren nicht die Hoffnung auf einen Schimmer von Gewissen seitens derer, die die Geschicke der Welt in ihren Händen halten", so Parolin weiter.

Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin / © Dalati & Nohra (dpa)

Quelle:
KNA