Papst berät mit Kurienchefs über Umsetzung der Kurienreform

Der Stand der Dinge

Papst Franziskus hat sich mit den Leitern und anderen Vertretern seiner Kurienbehörden getroffen. Dabei informierte der Sekretär des Kardinalsrates, Marco Mellino, über die Umsetzung der neuen Kurienverfassung "Praedicate evangelium".

Papst Franziskus trifft Vertreter der römischen Kurie (Archiv) / © Paul Haring/Romano Siciliani (KNA)
Papst Franziskus trifft Vertreter der römischen Kurie (Archiv) / © Paul Haring/Romano Siciliani ( KNA )

Die am Mitte März veröffentlichte Konstitution tritt zu Pfingsten (5. Juni) in Kraft und muss in einer neuen Kurienordnung konkretisiert werden.

Papst Franziskus spricht vor der römischen Kurie / © Vatican Media/Romano Siciliani (KNA)
Papst Franziskus spricht vor der römischen Kurie / © Vatican Media/Romano Siciliani ( KNA )

Zudem müssen in den kommenden Monaten alle vatikanischen Einrichtungen ihre je eigenen Statuten entsprechend der neuen Vorgaben anpassen. Dazu hatte der Papst am Donnerstag eine eigene Kommission eingerichtet, die die Umsetzung der Reform koordinieren und überwachen soll.

Päpstliche Verwaltung als Dienstleister

In einem längeren Vortrag erläuterte Mellino wichtige Anliegen der Reform. Demnach müsse sich die päpstliche Verwaltung stärker als Dienstleisterin verstehen. Als solche seien auch die Vatikanbehörden dem Verkündigungsauftrag der Gesamtkirche und einem synodalen Umgangsstil verpflichtet. Auch sollten die "Dikasterien" genannten Behörden stärker kooperieren und wo möglich den Bischofskonferenzen weltweit behilflich sein.

Gemeinsame Treffen des Papstes mit allen Behördenchefs, vergleichbar mit der Kabinettssitzung eines staatlichen Regierungschefs, sind eher selten. Gleichwohl fordert die neue Kurienverfassung eine stärkere ressortübergreifende Zusammenarbeit zwischen den Vatikanbehörden.

Römische Kurie

Die Römische Kurie ist die Gesamtheit der Behörden und Gerichte, die der Papst zum Regieren der Weltkirche nutzt. Dazu gehören das Staatssekretariat, Kongregationen, Gerichtshöfe, Dikasterien und Päpstliche Räte sowie die Kommissionen. 

Seit der Kurienreform von 1967 unter Papst Paul VI. hatte das Staatssekretariat eine Vorrangstellung unter den Kurienbehörden. Für neue Aufgaben schuf er weitere Sekretariate und Räte, so für Ökumene, für den Dialog mit Nichtchristen und Nichtglaubenden, für Familie und Laien.

Die Kurie bei Papst Franziskus / © Stefano Carofei (KNA)
Die Kurie bei Papst Franziskus / © Stefano Carofei ( KNA )
Quelle:
KNA