Münsteraner Diözesankomitee freut sich auf neuen Bischof Wilmer

"Er kann aus dem Vollen schöpfen"

Als neuer Bischof von Münster wird Heiner Wilmer eng mit den Laien des Diözesankomitees zusammenarbeiten. Der neue Bischof darf sich auf ein gut funktionierendes synodales Miteinander freuen, sagt die Co-Vorsitzende Brigitte Lehmann.

Autor/in:
Mathias Peter
Heiner Wilmer, designierter Bischof von Münster / © Rolf Vennenbernd (dpa)
Heiner Wilmer, designierter Bischof von Münster / © Rolf Vennenbernd ( dpa )

DOMRADIO.DE: Sie waren heute im Dom zu Münster live mit dabei. Was ist Ihr Eindruck vom neuen Bischof? 

Brigitte Lehmann (Co-Vorsitzende des Diözesankomitees der Katholiken in Münster): Er war ruhig und fast ein bisschen schüchtern, als er reinkam, weil tosender Applaus brandete. Sehr freundlich und den Menschen zugewandt, würde ich sagen. Wir hatten ihn schon zwei Stunden zuvor in einem kleineren Kreis erlebt. Das war wirklich angenehm und freundlich. 

DOMRADIO.DE: Bischof Wilmer ist seit wenigen Wochen auch der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz. Was denken Sie darüber?

Lehmann: Als wir das gehört haben, hatten wir schon ein bisschen Angst, dass er nicht unser neuer Bischof werden könnte. Wir freuen uns, dass er beides auf sich nehmen möchte. Es wird bestimmt auch nicht immer ganz einfach. 

Den Vorsitz der Bischofskonferenz zu übernehmen, ist nicht gerade die leichteste Aufgabe – gerade in der Zeit, in der wir die Synodal-Konferenzen installiert haben. Hier im Bistum gibt es aber genug Menschen, sowohl haupt- als auch ehrenamtlich, die ihn gerne unterstützen. Das werden wir gemeinsam stemmen können. 

DOMRADIO.DE: Bischof Wilmer gilt als reformoffen, aber auch um Zusammenhalt und Dialog bemüht. Glauben Sie, dass mit ihm die Rolle der Laien in Ihrem Bistum gestärkt wird?

Lehmann: Da gibt es nichts zu stärken, wir sind stark. Ich glaube, dass er fortführen wird, wie es bisher hier im Bistum gelaufen ist, und sich dem nicht in den Weg stellt. Die Lai:innen haben selbst in der Hand, wie sie agieren. 

Wir vom Diözesankomitee propagieren immer, dass wir souverän auftreten und zeigen müssen, dass wir bereit sind. Wir können nicht darauf warten, dass uns ein Bischof animiert, sondern müssen von alleine etwas geben. Das läuft sehr gut, und das wird er, denke ich, auch so fortführen. 

Brigitte Lehmann

"Dompropst Köppen sagte, es sei eine wirkliche Bereicherung gewesen, dass die Lai:innen bei der Beratung dabei waren"

DOMRADIO.DE: Sie haben mit 16 Laiinnen und Laien das Domkapitel, das den neuen Bischof gewählt hat, beraten. Damit wurde ein Beschluss des Synodalen Weges umgesetzt, der die Stimme der Laien bei Bischofswahlen stärken will – rechtlich bleibt die Wahl aber dem Domkapitel vorbehalten. Hatten Sie den Eindruck, dass die Laien ausreichend gewürdigt und gehört wurden? 

Lehmann: Auf jeden Fall. Wir haben uns das gegenseitig immer wieder versichert. Das Domkapitel sagte, dass sie sehr zufrieden mit dieser Zusammenarbeit waren und dass sie ihnen auch gut getan hat. Dompropst Köppen hat heute in meinem Beisein noch einmal gesagt, dass es eine wirkliche Bereicherung war, dass die Lai:innen bei der Beratung dabei waren, weil dadurch das Augenmerk ein bisschen anders lag. Er sagte sogar, es wäre ihm hinterher leichter gefallen, zu entscheiden, als es das vielleicht alleine gewesen wäre. 

Brigitte Lehmann

"Wir sind insgesamt gut aufgestellt. (...) Ich würde sogar sagen, er kann aus dem Vollen schöpfen"

DOMRADIO.DE: Was werden die ersten Herausforderungen für den neuen Bischof in ihrem Bistum sein? 

Lehmann: Wir sind insgesamt gut aufgestellt. Auch Dr. Hamers hat in der Vakanz gute Arbeit geleistet. Ich würde sogar sagen, er kann aus dem Vollen schöpfen. Er muss nichts Neues anregen, wenn er das, was hier vorbereitet liegt, bearbeitet. 

Zum Beispiel würden wir mit ihm gerne über einen synodalen Rat ins Gespräch kommen und uns darüber austauschen, wie es noch synodaler zugehen kann. Wobei der Bischof bisher nie etwas anderes gemacht hat.

DOMRADIO.DE: Was wünschen Sie ihm für die nächsten Jahre als Bischof von Münster? 

Lehmann: Eine gute Hand und vor allen Dingen ein gutes Ankommen hier in Münster. Und dass er sich so wohlfühlt, wie er sich in Hildesheim wohlgefühlt hat. 

Ich fand es sehr ehrlich, dass er heute im Dom sagte, dass es gleichzeitig ein schwerer Tag für ihn sei, weil er dort weggehen muss. Er lässt gute Bekannte, Freunde und eine gute Zusammenarbeit zurück und muss sich das hier erst noch aufbauen. 

DOMRADIO.DE: Haben Sie bereits einen Termin miteinander ausgemacht?

Lehmann: Noch nicht. Wir haben uns sowohl mit Bischof Felix als auch mit dem Generalsekretär ein bis zwei Mal im Jahr betroffen. Das wollen wir fortsetzen und werden sicherlich bald eine Anfrage an das Büro stellen. 

Das Interview führte Mathias Peter.

Bistum Münster

Mit rund 1,59 Millionen Katholikinnen und Katholiken ist das Bistum Münster die mitgliederstärkste Diözese in Deutschland. Aber auch hier hat die Kirche mit schwindenden Mitgliederzahlen und den Folgen daraus zu kämpfen. Zwar rechnet das Bistum für das laufende Jahr mit Kirchensteuereinnahmen von rund 454,7 Millionen Euro. Die "Kirchensteuerkraft" – also das, was sich die Diözese mit dem Geld leisten kann – lässt aber stark nach: Bis 2060 soll sie sich im Vergleich zu 2017 halbiert haben.

Sankt-Paulus-Dom in Münster. / © Jörg Loeffke (KNA)
Sankt-Paulus-Dom in Münster. / © Jörg Loeffke ( KNA )
Quelle:
DR

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