Bistum Münster

Sankt-Paulus-Dom in Münster. / © Jörg Loeffke (KNA)
Sankt-Paulus-Dom in Münster. / © Jörg Loeffke ( KNA )

Mit rund 1,59 Millionen Katholikinnen und Katholiken ist das Bistum Münster die mitgliederstärkste Diözese in Deutschland. Aber auch hier hat die Kirche mit schwindenden Mitgliederzahlen und den Folgen daraus zu kämpfen. Zwar rechnet das Bistum für das laufende Jahr mit Kirchensteuereinnahmen von rund 454,7 Millionen Euro. Die "Kirchensteuerkraft" – also das, was sich die Diözese mit dem Geld leisten kann – lässt aber stark nach: Bis 2060 soll sie sich im Vergleich zu 2017 halbiert haben.

Auch deshalb packt das Bistum seine Strukturen an. Seit 2024 arbeiten die rund 200 Pfarreien in 45 sogenannten Pastoralen Räumen stärker zusammen. Angestoßen hatte den Prozess noch Altbischof Felix Genn, der das Bistum gut anderthalb Jahrzehnte leitete. 2025 trat er altersbedingt zurück. In seine Amtszeit fällt unter anderem die Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch. Forschende der Universität Münster bescheinigen seinen Vorgängern in einer Studie eine "klerikale Vertuschungsgeschichte".

Seit Genns Rücktritt leitete der Chef des Katholischen Büros Nordrhein-Westfalen, Antonius Hamers, übergangsweise die Diözese. Nun übernimmt der bisherige Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer das Ruder im traditionsreichen Bistum Münster. Er ist seit Februar auch Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz.

Das Bistum Münster ist mit etwa 1,59 Millionen Katholiken die nach Mitgliedern größte Diözese Deutschlands. Das an die Niederlande angrenzende und bis an die Nordsee reichende Bistum ist auf einer Fläche von 15.000 Quadratkilometern in fünf Regionen gegliedert. Vier von ihnen liegen in Nordrhein-Westfalen. Hinzu kommt der eigenständige Offizialatsbezirk Oldenburg in Niedersachsen. 

Weltweit gibt es etwa 60 Diözesen, die mehr Mitglieder als das Erzbistum Köln haben. Diözesen wie Mexico (etwa 7,9 Millionen Katholiken), Kinshasa (etwa 6,4 Millionen), São Paulo (etwa 5,5 Millionen), Mailand (etwa 5,0 Millionen) oder auch Los Angeles (etwa 4,4 Millionen) sind von der Katholikenzahl her weit größer.

Im Jahr 2005 feierte die Diözese ihr 1.200-jähriges Bestehen. Als Geburtsstunde gilt die Weihe des ersten Bischofs Liudger am 30. März 805. Kaiser Karl der Große berief den um 742 in Utrecht geborenen friesischen Missionar Liudger (Ludgerus) zum Leiter der christlichen Mission in Westsachsen. Er starb am 26. März 809 in Billerbeck. 

Das Bistum gliedert sich in 208 Pfarrgemeinden. Vom 29. März 2009 bis zum 9. März 2025 leitete Bischof Felix Genn das Traditionsbistum. Diözesanadministrator Dr. Antonius Hamers leitete das Bistum übergangsweise bis zur Einführung des neuen Bischofs. Am 26. März 2026 wurde Bischof Heiner Wilmer als neuer Münsteraner Oberhirte vorgestellt. 

Als Geburtsstunde des Bistums gilt die Weihe des ersten Bischofs Liudger am 30. März 805. In der jüngeren Vergangenheit war Kardinal Clemens August Graf von Galen (1878-1946) eine prägende Figur. Wegen seines Widerstandes gegen den Nationalsozialismus wurde er seliggesprochen. Ein großer Teil des Bistums liegt in Nordrhein-Westfalen, ein kleiner in Niedersachsen. (Quelle: KNA, März 2026)