Malteserin berichtet von Papstaudienz für Ehrenamtler im Heiligen Jahr

"Eine richtige Wiedersehensfreude"

Mit einer Audienz hat Leo XIV. den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer des Heiligen Jahres gedankt. Christina Gold war im vergangenen Jahr als Sanitäterin mit den Maltesern in Rom im Einsatz – und jetzt auch beim Treffen im Vatikan.

Autor/in:
Lara Burghardt
Leere Rollstühle stehen an der Seite bei einem Gottesdienst für Teilnehmer der Wallfahrt nach Rom des deutschen Malteser Hilfsdienstes für Menschen mit Behinderung im Petersdom im Vatikan. / © Sabine Kleyboldt/KNA (KNA)
Leere Rollstühle stehen an der Seite bei einem Gottesdienst für Teilnehmer der Wallfahrt nach Rom des deutschen Malteser Hilfsdienstes für Menschen mit Behinderung im Petersdom im Vatikan. / © Sabine Kleyboldt/KNA ( KNA )

DOMRADIO.DE: Wie war es, am Samstag Papst Leo zu treffen?

Christina Gold (Referentin bei den Maltesern in Unterfranken): Das war natürlich sehr aufregend, denn wir mussten schon früh im Vatikan in der Audienzhalle sein. Wir haben sehr lange gewartet, bis Papst Leo dann schließlich kam, aber das war natürlich auch eine gute Gelegenheit, um mit den etwa 80 anderen Maltesern aus ganz Deutschland dort in Kontakt zu kommen. So konnten wir die Wartezeit gut überbrücken.

Papst Leo XIV. schließt die Heilige Pforte im Petersdom und beendet das Heilige Jahr 2025, am 6. Januar 2026 im Vatikan. / © Franco Origlia/Vatican Pool/Romano Siciliani (KNA)
Papst Leo XIV. schließt die Heilige Pforte im Petersdom und beendet das Heilige Jahr 2025, am 6. Januar 2026 im Vatikan. / © Franco Origlia/Vatican Pool/Romano Siciliani ( KNA )

DOMRADIO.DE: Was genau hat Papst Leo XIV. zu Ihnen gesagt? 

Gold: Der Papst hat zu uns auf Italienisch gesprochen, aber man konnte seine Ansprache hinterher nachlesen. Besonders eindrücklich war, dass er uns Ehrenamtliche als Zeichen für das Gute in der Welt bezeichnet hat – das war wirklich sehr berührend.

DOMRADIO.DE: Welche Aufgaben hatten Sie im Heiligen Jahr?

Gold: Wir hatten vom Malteserorden und vom Vatikan den Auftrag erhalten, in den päpstlichen Basiliken den Sanitätsdienst sicherzustellen. Also in der Lateranbasilika, in Santa Maria Maggiore, am Petersplatz und in Sankt Paul vor den Mauern. Wenn die Pilgerinnen und Pilger, die im Heiligen Jahr ja zahlreicher als sonst in Rom waren, ein gesundheitliches Problem hatten, waren wir für sie da. Einige kamen mit Blasen an den Füßen, andere hatten Kreislaufschwierigkeiten, aber wir haben allen geholfen.

Christina Gold

"Es ist sehr schön, wenn mal als Malteser auf Einsätzen in Deutschland und international unterwegs ist und Gleichgesinnte trifft."

DOMRADIO.DE: Ehrenamtliche aus der ganzen Welt sind für die Papstaudienz angereist. Was hatten die anderen Freiwilligen für Aufgaben?

Gold: Es waren zum Beispiel die Ordner dabei, die an den Heiligen Pforten oder in den Basiliken standen und dafür gesorgt haben, dass die Menschen das gefunden haben, was sie suchten. Auch die Bereiche für die Gottesdienste mussten abgesperrt werden. In der Audienzhalle im Vatikan waren am Samstag bestimmt 5.000 Ehrenamtliche aus der ganzen Welt, aber hauptsächlich aus Italien. Wir haben aber auch Ehrenamtler aus den USA, aus Spanien oder aus Belgien getroffen. Es war wirklich sehr international.

Logo des Heiligen Jahres 2025 / © Massimiliano Migliorato/CPP (KNA)
Logo des Heiligen Jahres 2025 / © Massimiliano Migliorato/CPP ( KNA )

DOMRADIO.DE: Ist das dann wie ein Familientreffen, wenn man sich wiedersieht? Haben Sie sich gefreut?

Gold: Auf jeden Fall. Es war toll, die Ehrenamtlichen zu treffen, die ich von den Einsätzen kannte. Da gab es eine richtige Wiedersehensfreude. Es ist sehr schön, wenn mal als Malteser auf Einsätzen in Deutschland und international unterwegs ist und Gleichgesinnte trifft. Es ist wirklich wie in einer großen Familie.

DOMRADIO.DE: Sie haben aber auch neue Freundschaften im Heiligen Jahr geknüpft.

Gold: Das stimmt. In unserem Team war damals ein italienischer Arzt aus Mailand dabei, mit dem wir uns sehr gut verstanden haben. Den treffen wir in den kommenden Tagen. 

Das Interview führte Lara Burghardt.

Malteser in Deutschland

Die Gemeinschaft der Malteser geht zurück auf ein vom seligen Gerhard gegründetes Hospiz in Jerusalem. Dessen Bruderschaft schlossen sich 1099 die ersten Ritter aus dem Abendland an. 1113 wurde der Orden vom Papst bestätigt. Durch die Jahrhunderte verlagerte sich der Hauptsitz über Rhodos nach Malta – daher der Name "Malteser" – und schließlich nach Rom. Ab 1310 wurde ein Hospital- und Sanitätswesen aufgebaut, das die weltweite Bekanntheit des Malteserordens begründete.

Eine Person mit einer Jacke des Malteser Hilfsdienstes, auf der das Logo mit dem Malteserkreuz angebracht ist, beim Gottesdienst zu Fronleichnam am 11. Juni 2020 in Köln. / © Harald Oppitz (KNA)
Eine Person mit einer Jacke des Malteser Hilfsdienstes, auf der das Logo mit dem Malteserkreuz angebracht ist, beim Gottesdienst zu Fronleichnam am 11. Juni 2020 in Köln. / © Harald Oppitz ( KNA )
Quelle:
DR

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