DOMRADIO.DE: Wie war es, am Samstag Papst Leo zu treffen?
Christina Gold (Referentin bei den Maltesern in Unterfranken): Das war natürlich sehr aufregend, denn wir mussten schon früh im Vatikan in der Audienzhalle sein. Wir haben sehr lange gewartet, bis Papst Leo dann schließlich kam, aber das war natürlich auch eine gute Gelegenheit, um mit den etwa 80 anderen Maltesern aus ganz Deutschland dort in Kontakt zu kommen. So konnten wir die Wartezeit gut überbrücken.
DOMRADIO.DE: Was genau hat Papst Leo XIV. zu Ihnen gesagt?
Gold: Der Papst hat zu uns auf Italienisch gesprochen, aber man konnte seine Ansprache hinterher nachlesen. Besonders eindrücklich war, dass er uns Ehrenamtliche als Zeichen für das Gute in der Welt bezeichnet hat – das war wirklich sehr berührend.
DOMRADIO.DE: Welche Aufgaben hatten Sie im Heiligen Jahr?
Gold: Wir hatten vom Malteserorden und vom Vatikan den Auftrag erhalten, in den päpstlichen Basiliken den Sanitätsdienst sicherzustellen. Also in der Lateranbasilika, in Santa Maria Maggiore, am Petersplatz und in Sankt Paul vor den Mauern. Wenn die Pilgerinnen und Pilger, die im Heiligen Jahr ja zahlreicher als sonst in Rom waren, ein gesundheitliches Problem hatten, waren wir für sie da. Einige kamen mit Blasen an den Füßen, andere hatten Kreislaufschwierigkeiten, aber wir haben allen geholfen.
DOMRADIO.DE: Ehrenamtliche aus der ganzen Welt sind für die Papstaudienz angereist. Was hatten die anderen Freiwilligen für Aufgaben?
Gold: Es waren zum Beispiel die Ordner dabei, die an den Heiligen Pforten oder in den Basiliken standen und dafür gesorgt haben, dass die Menschen das gefunden haben, was sie suchten. Auch die Bereiche für die Gottesdienste mussten abgesperrt werden. In der Audienzhalle im Vatikan waren am Samstag bestimmt 5.000 Ehrenamtliche aus der ganzen Welt, aber hauptsächlich aus Italien. Wir haben aber auch Ehrenamtler aus den USA, aus Spanien oder aus Belgien getroffen. Es war wirklich sehr international.
DOMRADIO.DE: Ist das dann wie ein Familientreffen, wenn man sich wiedersieht? Haben Sie sich gefreut?
Gold: Auf jeden Fall. Es war toll, die Ehrenamtlichen zu treffen, die ich von den Einsätzen kannte. Da gab es eine richtige Wiedersehensfreude. Es ist sehr schön, wenn mal als Malteser auf Einsätzen in Deutschland und international unterwegs ist und Gleichgesinnte trifft. Es ist wirklich wie in einer großen Familie.
DOMRADIO.DE: Sie haben aber auch neue Freundschaften im Heiligen Jahr geknüpft.
Gold: Das stimmt. In unserem Team war damals ein italienischer Arzt aus Mailand dabei, mit dem wir uns sehr gut verstanden haben. Den treffen wir in den kommenden Tagen.
Das Interview führte Lara Burghardt.