Der Auftrag der katholischen Kirche beschränkt sich nach Überzeugung von Papst Leo XIV. nicht nur auf ihre Mitglieder, sondern umfasst die gesamte Menschheit.
Bei der allgemeinen Audienz für die Pilger aus allen Erdteilen sagte er am Mittwoch auf dem Petersplatz, da es Gott selbst sei, der die Kirche berufen habe, beschränke sich diese Berufung "nicht auf einen bestimmten Personenkreis, sondern ist dazu bestimmt, eine Erfahrung der gesamten Menschheit zu werden".
Deshalb habe das Zweite Vatikanische Konzil im Jahr 1964 die Kirche als "Zeichen und Werkzeug für die innigste Vereinigung mit Gott wie für die Einheit der ganzen Menschheit" bezeichnet. Als "einziges Volk Gottes, das durch die Geschichte wandert", sei die Kirche die heilsbringende Gegenwart Gottes inmitten der zersplitterten Menschheit, so der Papst. Sie habe den Auftrag, den Völkern Einheit und Versöhnung zu bringen.
Globaler Auftrag des Papsttums
Was dies für sein Selbstverständnis als Papst bedeutet, erklärte Leo XIV. am selben Tag bei einem Treffen mit Mitgliedern der Stiftung "Pro Petri Sede" im Vatikan. In seiner Ansprache betonte er: "Der Bischof von Rom hat von Christus den Auftrag erhalten, die Gläubigen in der Einheit zu sammeln und das Evangelium des Heils in der ganzen Welt zu verkünden." Deshalb sei es wichtig, dass der Papst "die volle Freiheit behält, die Wahrheit zu sagen, Unrecht anzuklagen, das Recht der Schwächsten zu verteidigen und vor allem den gestorbenen und auferstandenen Jesus Christus zu verkünden, als den einzig möglichen Horizont für eine versöhnte Menschheit".
Die Stiftung "Pro Petri Sede" ist eine in den Benelux-Ländern ansässige papsttreue Vereinigung. Aus ihr rekrutierten sich im 19. Jahrhundert junge Männer, die den Staat des Papstes gegen die italienische Armee zu verteidigen versuchten. Seit dem Untergang des Kirchenstaats im Jahr 1870 unterstützt die Stiftung den Papst mit Spenden und ist zugleich als karitative Vereinigung aktiv.