Der Auftrag der katholischen Kirche beschränkt sich nach Überzeugung von Papst Leo XIV. nicht nur auf ihre Mitglieder, sondern umfasst die gesamte Menschheit. Weil Gott selbst die Kirche berufen habe, sei ihre Berufung "nicht auf einen bestimmten Personenkreis" beschränkt, sondern solle eine Erfahrung für alle Menschen werden. Das sagte der Papst bei seiner Generalaudienz für die Pilger aus allen Erdteilen auf dem Petersplatz.
Das Zweite Vatikanische Konzil habe die Kirche deshalb bereits 1964 als "Zeichen und Werkzeug für die innigste Vereinigung mit Gott wie für die Einheit der ganzen Menschheit" beschrieben. Als "Volk Gottes auf dem Weg durch die Geschichte" sei die Kirche dazu berufen, in einer zersplitterten Welt Einheit und Versöhnung zu fördern.
Was das für sein eigenes Amt bedeutet, erläuterte der Papst am selben Tag bei einem Treffen mit der Stiftung "Pro Petri Sede" im Vatikan. Der Bischof von Rom habe den Auftrag, die Gläubigen in der Einheit zu sammeln und das Evangelium weltweit zu verkünden. Dafür müsse er die Freiheit besitzen, die Wahrheit auszusprechen, Unrecht anzuprangern und die Rechte der Schwächsten zu verteidigen.