Beim ersten Pfarreibesuch in seinem Bistum Rom hat Papst Leo XIV. in Ostia Kriminalität und Gewalt angesprochen, die in der Gemeinde im Südwesten Roms immer wieder für Schlagzeilen sorgen. In einer Predigt in der Pfarrei “Santa Maria Regina Pacis” rief er am Sonntagnachmittag die Gläubigen in Ostia auf, gegen Ungerechtigkeit und Gewalt Widerstand zu leisten.
“Auch hier in Ostia existiert die Gewalt und schlägt Wunden”, so der Papst. Dies gelte leider auch für Jugendliche und junge Erwachsene, wobei vermutlich der Einfluss von Drogen eine Rolle spiele. Mit Nachdruck warnte der Papst vor dem Einfluss der organisierten Kriminalität. Sie nutze die Menschen aus und verwickle sie mit illegalen und unmoralischen Methoden in ihre Verbrechen.
“Nicht vor der Gewalt einknicken”
Angesichts dieser Gefahren lud der Papst die Pfarrgemeinde ein, gemeinsam mit anderen Institutionen Mut zu zeigen und “in den Straßen und Häusern den guten Samen des Evangeliums zu säen”. Weiter sagte der Papst, der zugleich Bischof von Rom ist: “Knickt nicht ein angesichts der Kultur der Übergriffe und des Unrechts.” Gerade in der Pfarrei sollten junge Menschen Aufrichtigkeit, Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft lernen. Sie sollten sich engagieren, “damit auch jene, die Sklaven des Bösen sind, durch euch den Gott der Liebe kennenlernen.”
Der Besuch der Pfarrei in der am Mittelmeer gelegenen Gemeinde Ostia im äußersten Südwesten Roms war der Auftakt zu einer Reihe von Gemeindebesuchen des Papstes in seinem Bistum. Auch an den kommenden vier Sonntagen will Leo XIV. Pfarreien in Rom besuchen und dort Gottesdienst feiern.
Bistum Rom hat viele Problembezirke
Das Bistum Rom ist mit rund 3,5 Millionen Katholiken eine der größten Diözesen in Europa. Vor allem in den Randbezirken gehören Gewalt, Drogenhandel und Prostitution zum Alltag. Der Badeort Ostia gehört seit Jahrzehnten zu den Schwerpunkten mafiaartiger Organisationen in der Region Latium.
Noch wenige Wochen vor dem Papstbesuch hatte eine massive Drogenrazzia der Polizei dort für Schlagzeilen gesorgt. Die römische Stadtregierung versucht unter anderem durch stärkere Polizeipräsenz sowie eine großangelegte Modernisierung mit neuen Parks und Promenaden die Probleme des Stadtteils in den Griff zu bekommen.