Papst Leo XIV. verurteilt Angriffe auf Kliniken scharf

Schlimmstes humanitäres Verbrechen

Militärische Angriffe auf Kliniken sind vom Völkerrecht geächtet. Dennoch gab es sie in jüngster Zeit immer wieder, auch im Krieg Russlands gegen die Ukraine. Der Papst hält sie für das schlimmste Verbrechen überhaupt.

Papst Leo XIV. mit einer Seniorin / © Vatican Media/Romano Siciliani (KNA)
Papst Leo XIV. mit einer Seniorin / © Vatican Media/Romano Siciliani ( KNA )

Militärische Angriffe auf Krankenhäuser hat Papst Leo XIV. als schlimmstes mögliches humanitäres Verbrechen verurteilt. Bei einer Audienz für Teilnehmer der Vatikan-Konferenz zum Thema "Gesundheitsversorgung für alle" sagte er am Montag, kriegerische Handlungen, die zivile Einrichtungen wie Krankenhäuser träfen, seien "die schwersten Attacken, die menschliche Hände gegen das Leben und die öffentliche Gesundheit richten können".

Kiew nach Angriff auf Kinderkrankenhaus / © Ukrinform (dpa)
Kiew nach Angriff auf Kinderkrankenhaus / © Ukrinform ( dpa )

Weiter erklärte der Papst, in einer Zeit, in der enorme Ressourcen in die Herstellung von Waffen gesteckt würden, sei es wichtiger denn je, "Zeit, Menschen und Wissen für den Schutz von Leben und Gesundheit einzusetzen". Gesundheit sei "kein Konsumgut, sondern ein universelles Recht", zitierte Leo XIV. seinen Vorgänger Franziskus.

Der Papst kritisierte zudem strukturelle Ungleichheiten in der medizinischen Versorgung. Unterschiedliche Lebenserwartung und die Qualität der Gesundheitsversorgung hängen von Einkommen, Bildung und Wohnort ab. 

Gegen überzogene Medizin-Skepsis

Leo XIV. ging auch auf die Skepsis von Menschen gegen Medizin und Forschung ein, die sich seit der Coronapandemie zeigt. Vertrauen in Medizin und Ärzte lasse sich nur durch die Nähe zu verletzlichen Menschen sowie den Aufbau tragfähiger Beziehungen wiederherstellen. Erst so entstünden funktionierende Gesundheitssysteme, "trotz aller Fehlinformationen oder Skepsis gegenüber der Wissenschaft".

Die von der Päpstlichen Akademie für das Leben organisierte Konferenz in Rom wird erstmals von deren neuem Präsidenten Renzo Pegoraro geleitet. Er ist Priester und zugleich auch Mediziner und Bioethiker. Bis Mittwoch widmen sich die Mitglieder der Akademie und andere Referenten dem Thema "Gesundheitsversorgung für alle. Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit".

Quelle:
KNA