Kardinal Koch und Bischof Bätzing führen Gespräch in Rom

Reden statt Schreiben

Nachdem sie sich in der Vorwoche offene Briefe geschrieben hatten, sind nun der Vorsitzende der Bischofskonferenz Bischof Bätzing und Kurienkardinal Koch im Vatikan zu einem vertraulichen Gespräch zusammengekommen.

Kardinal Kurt Koch / © Harald Oppitz (KNA)
Kardinal Kurt Koch / © Harald Oppitz ( KNA )

Nach dem Streit um einen Nazi-Vergleich haben sich der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, und Kurienkardinal Kurt Koch in Rom zum Gespräch getroffen.

Wie die Bischofskonferenz am Mittwoch mitteilte, fand die Aussprache bereits am Dienstag statt. Beide Kirchenmänner hätten ihre jeweilige Position ausgetauscht. Bätzing war zu Besuch in Rom, um das turnusmäßige Treffen zwischen Bischofskonferenz und den vatikanischen Behörden im November vorzubereiten.

Theologische Debatte dauert an

Der Ökumene-Minister des Vatikans, Koch, hatte in der vergangenen Woche in einem Interview Parallelen zwischen dem theologischen Vorgehen des deutschen Reformprozesses Synodaler Weg und der Kirche im Nationalsozialismus gezogen. Bätzing hatte eine Entschuldigung gefordert und angekündigt, andernfalls eine Beschwerde bei Papst Franziskus einzureichen. Ein Brief Kochs führte daraufhin zu weiteren Auseinandersetzungen.

Nun habe Koch dem Limburger Bischof glaubhaft versichert, dass er mit dem von ihm gebrauchten Vergleich keineswegs den Synodalen Weg gemeint habe, hieß es in der Mitteilung. Der Kardinal bitte alle, die sich von ihm verletzt fühlten, um Verzeihung.

Nach dem Gespräch sei klar, dass die theologische Debatte über die Inhalte des Synodalen Wegs weiter geführt werden müsse, so die Bischofskonferenz. Der Synodale Weg soll helfen, die Kirche aus der durch den Missbrauchsskandal entstandenen Vertrauenskrise zu führen.

Es geht unter anderem um Reformen in den einzelnen Bistümern, die Frauen und Laien mehr Mitsprache und Entscheidungsmacht geben. Auch die katholische Sexualmoral soll auf Vorschlag von Delegierten reformiert werden. Der Vatikan steht dem Reformdialog kritisch gegenüber.

 

Quelle:
DBK , epd