Hohenzollerngruft im Berliner Dom wird nach Sanierung wieder eröffnet

Eintritt am Eröffnungstag kostenlos

Nach zwölf Jahren Planung und sechs Jahren Sanierung steht die Hohenzollerngruft im Berliner Dom vor der Wiedereröffnung. Am Samstag ist der Eintritt zur dynastischen Grabstätte kostenlos, doch danach erhöhen sich die Ticketpreise.

Hohenzollerngruft im Berliner Dom / © Diego Grandi (shutterstock)
Hohenzollerngruft im Berliner Dom / © Diego Grandi ( shutterstock )

Nach sechs Jahren Sanierung öffnet die Hohenzollerngruft im Berliner Dom am Samstag wieder für Besucher. "Ich bin unglaublich glücklich darüber, wie es gelungen ist, Atmosphäre und Informationen zu verbinden", sagte der evangelische Domprediger Stefan Scholpp am Mittwoch in Berlin.

Die Wiedereröffnung der Ruhestätte von 91 Mitgliedern der preußisch-deutschen Dynastie, die als eine der wichtigsten dynastischen Grablegen Europas gilt, startet am Samstag von 10 bis 18 Uhr mit einem kostenfreien Tag der offenen Tür. Am Sonntag ist um 10 Uhr ein Festgottesdienst geplant, zu dem unter anderem Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos), Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) und Georg Friedrich Prinz von Preußen für das Haus Hohenzollern erwartet werden.

91 Sarkophage sind in die Hohenzollerngruft im Berliner Dom zurückgekehrt und werden sukzessive an ihrem Platz eingerichtet / © Markus Lenhardt (dpa)
91 Sarkophage sind in die Hohenzollerngruft im Berliner Dom zurückgekehrt und werden sukzessive an ihrem Platz eingerichtet / © Markus Lenhardt ( dpa )
Sanierung in der Hohenzollerngruft im Berliner Dom 

Nach der Wiedereröffnung soll der Preis für nicht ermäßigte Tickets steigen: Für den Rundgang durch den Berliner Dom, der die Hohenzollerngruft einschließt, erhöht sich die sogenannte Domerhaltungsgebühr von 10 auf 15 Euro, so Scholpp. Eintrittskarten allein für die Gruft soll es nicht geben.

Größtes Bauprojekt seit dem Weltkrieg

Mit dem Abschluss der Sanierung endet das größte Bauvorhaben am Berliner Dom seit dem Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg. Die ersten konkreten Planungen für das Projekt starteten schon im Jahr 2014, als schlechte Luftqualität zum Problem für die Besucher und die Särge wurde. 2020 begannen die Maßnahmen.

Ursprünglich war die Eröffnung für 2023 vorgesehen. Gründe für die Verschiebung seien Lieferverzögerungen und Preissteigerungen im Rahmen der Corona-Pandemie und des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine gewesen, hieß es.

Sarkophag von Anna Elisabeth Luise, Prinzessin von Preußen, Markgräfin von Brandenburg Schwedt, in der Hohenzollerngruft im Berliner Dom. / © Christian Muhrbeck und Boris Streubel / Berliner Dom
Sarkophag von Anna Elisabeth Luise, Prinzessin von Preußen, Markgräfin von Brandenburg Schwedt, in der Hohenzollerngruft im Berliner Dom. / © Christian Muhrbeck und Boris Streubel / Berliner Dom

Im Zuge des am Ende 29 Millionen Euro teuren Projekts wurde ein Lüftungs- und Klimasystem eingebaut, das zum Schutz der Sarkophage die Raumtemperatur zwischen 18 und 20 Grad Celsius hält. Zudem sollen die Besucher dank eines neuen Sicherheitssystems sehr nah an die Särge gehen können. Für bessere Barrierefreiheit wurde ein neuer Fahrstuhl installiert. Ursprünglich waren 18 Millionen Euro für den Bau veranschlagt.

Neuer Vermittlungsraum mit Gruft-Modell

Aus kuratorischer Sicht wurden die Särge neu positioniert. Auch soll ein Vermittlungsraum die Besucher in die Themen Bestattungskultur und Kindersterblichkeit sowie in die Geschichte der Grablege der Hohenzollern einführen - unter anderem über ein interaktives Modell der Gruft.

"Der Raum soll die Besucher inhaltlich und emotional auf den Besuch einer Grablege vorbereiten", so Kuratorin Birgit Walter. Ein Museum ist die Gruft selbst laut Walter explizit nicht. 

Hohenzollern

Das Haus Hohenzollern gehört zu den bedeutendsten Adelsdynastien in Europa. Die Familie wurde im Jahre 1061 erstmals erwähnt; Stammsitz ist die Burg Hohenzollern im Zollernalbkreis in Baden-Württemberg. Zu den bekanntesten Residenzen gehören Schloss Sanssouci in Potsdam und das kürzlich wiedererrichtete Stadtschloss in Berlin. Als Kurfürsten von Brandenburg (ab 1415), Könige von Preußen (ab 1701) und Deutsche Kaiser (ab 1871) prägten die Hohenzollern rund 500 Jahre die europäische Geschichte. Nach Ende des Ersten Weltkriegs verloren sie ihre politisch herausgehobene Stellung.

Burg Hohenzollern / © ER_09 (shutterstock)
Quelle:
KNA