Generalvikar in Kamerun entführt

Geisel für den Erzbischof?

Im Südwesten Kameruns haben Separatisten den Generalvikar der Diözese Mamfe, Julius Agbortoko, entführt. Sie fordern umgerechnet 30.500 Euro Lösegeld, wie die Nachrichtenplattform "Cameroun Actuel" berichtet. Wird er als Geisel gehalten?

Ein Kreuz neben der Tür eines Hauses in Kamerun / © Michal Szymanski (shutterstock)
Ein Kreuz neben der Tür eines Hauses in Kamerun / © Michal Szymanski ( shutterstock )

Der Generalvikar hatte laut Medienbericht das Wochenende in Kokomuma verbracht und ein Pfarrhaus eingeweiht. Bei seiner Rückkehr am frühen Sonntagabend sei er von bewaffneten Männern überwältigt worden, die sich als Mitglieder einer Separatistenbewegung ausgegeben hätten.

Als Geisel für den Erzbischof?

Spekuliert wird, ob er möglicherweise anstelle des emeritierten Erzbischofs, Francis Teke Lysinge, als Geisel genommen worden sein könnte.

Separatisten haben in Kamerun wiederholt Priester entführt, um Lösegelder zu erpressen. Auch nahmen sie Schüler und Lehrer kirchlicher Schulen in Geiselhaft. Die verschiedenen Bewegungen fordern eine Spaltung vom frankophonen Teil Kameruns. Auch zahlreiche Bewohner fühlen sich von der Zentralregierung in Yaounde benachteiligt.

In der Krise, die 2016 begann, sind bislang mehr als 3.500 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 750.000 sind auf der Flucht. Gewalt gegen die Zivilbevölkerung wird sowohl von Separatisten als auch staatlichen Sicherheitskräften ausgeübt.

 

Quelle:
KNA
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