Entführter 75-jähriger Priester in Nigeria wieder frei

Erfolgte Lösegeldzahlung?

Der entführte Priester Joseph Keke aus Malunfashi im nordnigeranischen Bundesstaat Katsina ist wieder frei. Das gab das katholische Hilfswerk "Kirche in Not" nun bekannt. Keke war am Freitag vor Pfingsten entführt worden.

Nigeria auf einer Landkarte / © SevenMaps (shutterstock)
Nigeria auf einer Landkarte / © SevenMaps ( shutterstock )

Die Diözese Sokoto hatte dazu am Fronleichnamstag in den sozialen Medien eine kurze Erklärung verbreitet. Demnach wird er medizinisch versorgt. Auf gleichzeitig veröffentlichten Fotos wirke der Geistliche stark geschwächt, heißt es.

Nach Angaben von "Kirche in Not" war der 75-jährige Keke am Freitag vor Pfingsten mit seinem Amtsnachfolger Pfarrer Alphonsus Bello Yashim in der Pfarrei Sankt Vinzenz Ferrer in Malunfashi im Bundesstaat Katsina gefangen genommen worden. Yashim wurde am nächsten Morgen in der Nähe getötet aufgefunden. Internationalen Medien zufolge war der Geistliche 30 Jahre alt. Der zuständige Bischof Matthew Hassan Kukah hatte jüngst erklärt, er verhandle mit den Entführern von Keke. Sie stellten hohe Lösegeldforderungen. Ob vor der nun erfolgten Freilassung tatsächlich Geld gezahlt worden sei, teilte die Diözese Sokoto nicht mit.

Immer wieder Gewalt gegen christliche Minderheit im Norden Nigerias

Im Zuge der Beisetzungsfeierlichkeiten für den getöteten Alphonsus Bello Yashim Anfang Juni hatten ranghohe Kirchenvertreter laut dem Hilfswerk die aktuellen Umstände im Norden Nigerias angeprangert. Erzbischof Matthew Man-Oso Ndagoso aus Kaduna sagte: "Unser Land befindet sich im Krieg mit religiösen Fanatikern, Banditen, Entführern, Terroristen, bewaffneten Hirten und Opportunisten, die im wahrsten Sinn des Wortes Kriminelle sind. Sie töten und verstümmeln unschuldige Nigerianer unabhängig von Religion, ethnischer Zugehörigkeit oder politischer Ausrichtung."

Die Entführung von Keke und die Tötung von Yashim seien die jüngsten in einer ganzen Reihe von Übergriffen gewesen, denen die gesamte Bevölkerung im Norden Nigerias ausgesetzt sei, heißt es. Immer wieder komme es dabei auch zu Gewalt gegen die christliche Minderheit in der Region. Während der seit Jahren anhaltende Terror der islamistischen Terrormiliz Boko Haram immer wieder aufflamme, nähmen auch Entführungen durch kriminelle Banden und Auseinandersetzungen mit extremistischen Fulani-Hirten weiter zu.

Quelle:
KNA
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