Franziskus sichert Katholiken in China Anteilnahme zu

"Geistliche Nähe"

Papst Franziskus hat Katholiken in China seine "geistliche Nähe" zugesichert. "Ich verfolge mit großer Anteilnahme das oft sehr komplexe Leben der Katholiken in China", sagte der 85-Jährige beim Mittagsgebet auf dem Petersplatz.

Gottesdienst in Peking
 / © Gilles Sabrie (KNA)
Gottesdienst in Peking / © Gilles Sabrie ( KNA )
Papst Franziskus beim Angelus / © Vatican Media/Romano Siciliani (KNA)
Papst Franziskus beim Angelus / © Vatican Media/Romano Siciliani ( KNA )

Er bete darum, dass die Kirche in China in Gemeinschaft mit der Weltkirche leben und zum geistigen Wachstum beitragen könne, so Papst Franziskus am Sonntag beim Mittagsgebet.

Anlass seiner Worte ist der bevorstehende katholische Weltgebetstag für die Kirche in China am 24. Mai.

Hälfte der Katholiken in China im Untergrund

Das Missionswerk missio beziffert die Zahl der Katholiken in China auf rund zehn Millionen, gut die Hälfte von ihnen praktiziere ihren Glauben in der offiziellen, staatlich registrierten Kirche, die andere Hälfte im Untergrund.

Dabei hat sich nach Aussage des Münchner missio-Präsidenten Wolfgang Huber der staatliche Druck zuletzt erhöht.

Wolfgang Huber, Präsident von missio München / © Dieter Mayr (KNA)
Wolfgang Huber, Präsident von missio München / © Dieter Mayr ( KNA )

Der Vorsitzende des China-Zentrums der Steyler Missionare in Sankt Augustin bei Bonn verwies auf schärfere Kontrollen der Finanzen religiöser Stätten, die Überwachung religiöser Amtsträger sowie restriktive Vorgaben für die Kommunikation religiöser Inhalte im Internet.

Glaubensleben zum Teil ins Internet verlagert

Während der vergangenen zwei Jahre Pandemie habe sich das Glaubensleben der chinesischen Katholiken zum großen Teil ins Internet verlagert. Seelsorge, Teilnahme an Gebetsgruppen und Gottesdienste seien so möglich gewesen, so Huber.

Die Hoffnung auf ein Zeichen der Dialogbereitschaft sei jedoch enttäuscht worden. Das werfe mit Blick auf die Verlängerung des 2018 geschlossenen Abkommens zwischen dem Vatikan und China über Bischofsernennungen Fragen auf.

Zahlen zu Religion und katholischer Kirche in China

Das kommunistisch regierte Riesenland China ist multireligiös. Laut dem China-Zentrum in Sankt Augustin bei Bonn sind seine fünf offiziell anerkannten Religionsgemeinschaften der Buddhismus, Daoismus, Islam, Protestantismus und Katholizismus. Von den 1,4 Milliarden Chinesen sind rund 185 Millionen Buddhisten, etwa 23 Millionen zählen sich zum Islam, zum Protestantismus ca. 38 bis 60 Millionen; ca. 10 Millionen sind Katholiken. Die Zahl der Anhänger des Daoismus ist nicht feststellbar.

Zwei junge Männer, ein Seminarist und ein Sängerknabe, sitzen auf Stühlen während einer Messe am 13. Januar 2019 in der Kirche Xishiku in Peking. / © Gilles Sabrie (KNA)
Quelle:
KNA
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