Eva-Maria Welskop-Deffaa erstmalig mit Caritas im Kölner Karnevalszug

"Der Kölner Caritasverband wird 111 Jahre alt"

Bützje und Kamelle: Beim Kölner Rosenmontagszug war die Caritas erstmals mit einer Fußgruppe zugegen. Mit dabei war auch die Präsidentin des Deutschen Caritasverbands, Eva-Maria Welskop-Deffaa. DOMRADIO.DE sprach vor dem Zug mit ihr.

Autor/in:
Johannes Schröer
Der Rosenmontag am Rhein ist der Höhepunkt der rheinischen Karnevalssaison mit den traditionellen Umzügen. / © Oliver Berg (dpa)
Der Rosenmontag am Rhein ist der Höhepunkt der rheinischen Karnevalssaison mit den traditionellen Umzügen. / © Oliver Berg ( dpa )

DOMRADIO.DE: Die Caritas ist erstmalig mit einer Fußgruppe beim Rosenmontagszug dabei, im Kölner Karnevalszug. Wie fühlt sich das an?

Eva Maria Welskop-Deffaa beim 3. Kölner Klima-Forum für Wohlfahrt und Kirche. / © Alexander Foxius (DR)
Eva Maria Welskop-Deffaa beim 3. Kölner Klima-Forum für Wohlfahrt und Kirche. / © Alexander Foxius ( DR )

Eva-Maria Welskop-Deffaa (Präsidentin des Deutschen Caritas-Verbands): Ich freue mich riesig. Ich habe früher schon Karnevalserfahrung gesammelt – ich habe zwölf Jahre in Hürth gelebt und bin dort in kleineren Zügen mitgelaufen, zum Beispiel mit unserer katholischen öffentlichen Bücherei. Jetzt hier beim großen Kölner Rosenmontagszug dabei zu sein, ist etwas Besonderes.

DOMRADIO.DE: Sie sind heute auch wegen eines Jubiläums hier.

Welskop-Deffaa: Genau: Der Caritasverband für die Stadt Köln wird 111 Jahre alt. Und Köln ist für die Caritas ohnehin ein besonderer Ort – hier wurde auch der Deutsche Caritasverband gegründet. Deshalb feiere ich innerlich gleich doppelt.

DOMRADIO.DE: Das diesjährige Motto stellt das Ehrenamt in den Mittelpunkt. Passt das zur Caritas?

Welskop-Deffaa: Sehr. Es ist gut, dass der Karneval sichtbar macht, wie viel zivilgesellschaftliches Engagement es in Deutschland gibt. Das ist fast schon ein ernster Gedanke – aber genau das leben wir bei der Caritas jeden Tag: Hauptamtliche und Ehrenamtliche arbeiten zusammen, packen gemeinsam an. Und das feiern wir heute im Zug.

Eva-Maria Welskop-Deffaa

"Ich mag den Gedanken dahinter: Teilen, großzügig sein, etwas abgeben - das sollte man nicht nur an Karneval spüren."

DOMRADIO.DE: Sie sind passend kostümiert. Was haben Sie an Kamelle dabei?

Welskop-Deffaa: Wir haben extra verpackte Kamelle mit unserem Motto "Gemeinsam statt einsam". Sie wurden in unseren Werkstätten eingepackt. Ich mag den Gedanken dahinter: Teilen, großzügig sein, etwas abgeben - das sollte man nicht nur an Karneval spüren. Miteinander sind wir reicher, als wenn jede und jeder seine Süßigkeiten in der Tasche behält.

DOMRADIO.DE: Auch Kappen und Taschen kommen aus Caritas-Werkstätten.

Welskop-Deffaa: Ja, meine Kappe hat sogar eine kleine Glocke. Ich werde davon heute Nacht wahrscheinlich träumen. Und natürlich rufe ich konsequent "Alaaf" - "Helau" kommt mir höchstens eine halbe Stunde später in den Sinn.

DOMRADIO.DE: Ein bisschen Respekt muss man auch haben: Die Strecke ist lang.

Welskop-Deffaa: Stimmt. Aber die Kolleginnen und Kollegen haben schon angekündigt: Wenn es gar nicht mehr geht, darf ich mich zwischendurch hinsetzen. Das ist sehr freundlich. Ich bin 66 – da muss man haushalten. Aber ich bin zuversichtlich: Das kriegen wir hin.

Das Interview führte Johannes Schröer.

Caritas Deutschland

Der Deutsche Caritasverband (DCV) ist der größte Wohlfahrtsverband Europas. Die Dachorganisation katholischer Sozialeinrichtungen setzt sich für Menschen in Not ein. Mit rund 700.000 hauptamtlichen Mitarbeitern - 80 Prozent sind Frauen - ist die Caritas zudem der größte private Arbeitgeber in Deutschland. Der Begriff "caritas" stammt aus dem Lateinischen und bedeutet Nächstenliebe. Der 1897 in Köln gegründete Verband unterhält Geschäftsstellen in Freiburg, Berlin und Brüssel.

Hinweisschild der Caritas / © Michael Althaus (KNA)
Hinweisschild der Caritas / © Michael Althaus ( KNA )
Quelle:
DR

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