Was junge Ehrenamtliche heute motiviert und bewegt

Gemeinschaft gestalten, Haltung zeigen, Glauben leben

Claudia Kurras engagiert sich schon seit Jahren ehrenamtlich für Jugendliche und junge Erwachsene. Im Interview spricht sie über ihren Glauben, Herausforderungen des gesellschaftlichen Engagements und die besondere Kraft des Karnevals.

Autor/in:
Moritz Mayer
Beim diesjährigen Straßenkarneval wollen sie von der Jugendkirche CRUX als Zeltlager mitlaufen und so auf das Ehrenamt aufmerksam machen. / © Moritz Mayer (DR)
Beim diesjährigen Straßenkarneval wollen sie von der Jugendkirche CRUX als Zeltlager mitlaufen und so auf das Ehrenamt aufmerksam machen. / © Moritz Mayer ( DR )

DOMRADIO.DE: Was bedeutet Ehrenamt für Sie?

Claudia Kurras (Mitglied des Vorstands BDKJ-Stadtverbandes Köln): Ehrenamt bedeutet für mich, Kindern und Jugendlichen eine schöne Zeit zu ermöglichen, Aktionen zu planen und durchzuführen und ihnen etwas zu bieten, damit sie nicht nur zu Hause auf dem Sofa sitzen. Gleichzeitig möchten wir sie auch politisch weiterbilden.

Am meisten freut sich Claudia Kurras auf die Gemeinschaft während des Karnevals. / © Moritz Mayer (DR)
Am meisten freut sich Claudia Kurras auf die Gemeinschaft während des Karnevals. / © Moritz Mayer ( DR )

DOMRADIO.DE: Welche Superkraft hätten Sie gerne in Bezug auf Ihr Ehrenamt?

Kurras: Ich würde mich gern klonen können, um auf mehreren Hochzeiten gleichzeitig tanzen zu können, denn manchmal ist es wirklich sehr viel. Es kommt vor, dass an einem Tag drei Gremienveranstaltungen stattfinden und man entscheiden muss, wer wohin geht. 

In einem Vorstand mit fünf Personen lässt sich das zwar relativ gut organisieren, doch es gibt natürlich auch private Verpflichtungen, denen man gerne nachkommen möchte. Dann muss man sich entscheiden. Wenn ich mich klonen könnte, wäre ich einfach überall.

Claudia Kurras

"Die Jugendkirche hier ist für mich zu einem Ort geworden, an dem ich meinen Glauben leben kann."

DOMRADIO.DE: Sind Sie manchmal müde davon, als junge Person in Gremien zu sitzen und sich immer wieder beispielsweise gegen Kürzungen in der Kinder- und Jugendarbeit einzusetzen?

Kurras: Ja, durchaus. Aber je öfter man etwas wiederholt, desto wichtiger wird es. So bleibt im Bewusstsein, dass das Thema relevant ist.

DOMRADIO.DE: Was bedeutet Ihnen Ihr Glaube?

Claudia Kurras bastelt an Schnüren, die die Abspannleine für die Kostüm-Zelte werden sollen. / © Moritz Mayer (DR)
Claudia Kurras bastelt an Schnüren, die die Abspannleine für die Kostüm-Zelte werden sollen. / © Moritz Mayer ( DR )

Kurras: Für mich persönlich ist der Glaube eine Pause vom Alltag – eine Möglichkeit, zur Ruhe zu kommen, bei sich zu sein und Kraft zu tanken. Die Jugendkirche hier ist für mich zu einem Ort geworden, an dem ich meinen Glauben leben kann. Ich besuche regelmäßig die Stadtjugendmesse und nehme auch an Ausflügen, Fahrten oder anderen Angeboten der Jugendkirche teil.

DOMRADIO.DE: Dieser Tage ist auch der Höhepunkt des Straßenkarnevals: Wie würden Sie Menschen Karneval erklären, die ihn noch nie erlebt haben?

Kurras: Es sind sehr viele Menschen unterwegs, die Freude am Feiern haben und für bis zu fünf Tage jemand anderes oder etwas anderes sein möchten. Ich denke, das beschreibt es ganz gut.

Tüten richten für den Straßenkarneval: Jeder soll am Ende acht Kilo Kamelle werfen dürfen. / © Moritz Mayer (DR)
Tüten richten für den Straßenkarneval: Jeder soll am Ende acht Kilo Kamelle werfen dürfen. / © Moritz Mayer ( DR )

DOMRADIO.DE: Worauf freuen Sie sich beim Umzug am meisten?

Kurras: Ich freue mich besonders auf das Zusammenkommen all derjenigen, die bei uns mitlaufen, und darauf, den Zugweg gemeinsam gehen zu dürfen. Es ist jedes Mal ein wunderschönes Gefühl – vor allem, durch die Severinstorburg zu ziehen und die vielen jubelnden Menschen am Straßenrand in ihrer bunten Vielfalt zu sehen. Also einfach auf die Gemeinschaft – darauf, mit Freundinnen und Freunden eine gute Zeit zu verbringen und gemeinsam zu feiern.

Das Interview führte Moritz Mayer.

Karnevalsmotto 2026: "ALAAF – Mer dun et för Kölle"

Mit dem Sessionsmotto 2026 rückt das Festkomitee Kölner Karneval das Ehrenamt in den Mittelpunkt. "ALAAF – Mer dun et för Kölle" ist ein Dankeschön an die Zehntausenden Menschen, die sich in Köln freiwillig und unentgeltlich engagieren – im Karneval genauso wie im Sportverein, in der Kirche, in sozialen Einrichtungen, in der Jugendarbeit, der Flüchtlingshilfe oder der Lokalpolitik.

"ALAAF – Mer dun et för Kölle": Das Motto der Session 2026 des Festkomitees Kölner Karneval. / © Festkomitee Kölner Karneval (Festkomitee Kölner Karneval)
"ALAAF – Mer dun et för Kölle": Das Motto der Session 2026 des Festkomitees Kölner Karneval. / © Festkomitee Kölner Karneval ( Festkomitee Kölner Karneval )
Quelle:
DR

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