Erster Coronavirus-Fall im Vatikan

Es ist da!

Das Coronavirus hat den Vatikan erreicht: Ein Teilnehmer einer internationalen Konferenz über Künstliche Intelligenz ist infiziert. Nun diskutiert der Vatikan Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus. 

Petersdom mit dunklen Wolken am Himmel / © ColorMaker (shutterstock)
Petersdom mit dunklen Wolken am Himmel / © ColorMaker ( shutterstock )

Der erste Coronavirus-Fall im Vatikan betrifft einen Teilnehmer einer internationalen Konferenz über Künstliche Intelligenz, die Ende Februar im Vatikan stattfand. Wie die Päpstliche Akademie für das Leben, die das Treffen organisiert hatte, am Freitagabend weiter bekanntgab, habe man an alle Teilnehmer eine Warnmail geschickt.

Maßnahmen gegen Ausbreitung werden nun geprüft

Wie die Päpstliche Akademie für das Leben, die das Treffen organisiert hatte, am Freitagabend weiter bekanntgab, habe man an alle Teilnehmer eine Warnmail geschickt. Zu den Teilnehmern der Tagung vom 26. bis 28. Februar gehörten auch Microsoft-Präsident Brad Smith und IBM-Vizepräsident John Kelly.

Am Freitagmorgen hatte Vatikansprecher Matteo Bruni über den ersten Fall einer Virusinfektion mit Covid-19 informiert. Am Donnerstagabend sei in der vatikanischen Ambulanz ein Patient positiv getestet worden, die Ambulanzräume wurden daraufhin desinfiziert, so Bruni. Noch unbestätigten Berichten zufolge soll die infizierte Person ein Mitarbeiter des vatikanischen Staatssekretariats sein.

Welche weiteren Maßnahmen der Vatikan ergreift, um die Verbreitung des Virus auf seinem Gelände und seinen exterritorialen Einrichtungen zu verhindern, wird Bruni zufolge derzeit geprüft. Man werde sich dabei aber an die jüngsten Vorgaben der italienischen Regierung halten. Diese sehen unter anderem bei Versammlungen zwischen Teilnehmern einen Mindestabstand von einem Meter vor.

Deutlich weniger Menschen auf dem Petersplatz 

Unterdessen haben die Leiter der vatikanischen Kurie ihre fünftägigen Exerzitien in Arricia nahe Rom beendet. Anders als in den Vorjahren nahm Papst Franziskus an den Besinnungstagen diesmal nicht teil, sondern blieb im Vatikan, um seine hartnäckige Erkältung auszukurieren. 

Papst Franziskus selbst soll auf dem Weg der Besserung von seiner Erkältung sein. Vatikansprecher Bruni hatte am Dienstag noch einmal betont, "dass die Symptome auf keine anderen Krankheiten als eine Erkältung" weisen. 

Noch unklar ist, ob das Mittagsgebet am Sonntag mit dem Papst auf dem Petersplatz stattfindet. Zwar spricht Franziskus vom Fenster des Apostolischen Palastes aus, auf dem Platz aber versammeln sich in der Regel zwischen 5.000 und 25.000 Menschen. Aktuell dürften es wegen der Corona-Krise wenn überhaupt deutlich weniger werden. 

Fastenpredigten im Vatikan haben begonnen 

Gleichzeitig begann am Freitag im Vatikan die Serie der diesjährigen Fastenpredigten. Gehalten werden die Ansprachen in diesem Jahr von dem slowenischen Theologen und Künstler Marko Ivan Rupnik; dieser gehört ebenfalls dem Jesuitenorden an. Rupnik sprach über die biblische Szene, in der Maria unter dem Kreuz ihres getöteten Sohnes Jesus steht. In früheren Jahren oblag die Aufgabe der Fastenpredigten dem Päpstlichen Hausprediger, dem italienischen Kapuzinerpater Raniero Cantalamessa.

Papst Franziskus reibt sich mit einem Taschentuch die Nase / © Gregorio Borgia (dpa)
Papst Franziskus reibt sich mit einem Taschentuch die Nase / © Gregorio Borgia ( dpa )
Quelle:
KNA
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