Pontikalamt am dritten Fastensonntag

"Er ist wirklich der Retter der Welt"

DOMRADIO.DE überträgt um 10 Uhr am dritten Fastensonntag das Pontifikalamt aus dem Kölner Dom mit Weihbischof Dominikus Schwaderlapp. Der Kölner Domchor singt unter der Leitung von Alexander Niehues, an der Domorgel ist Winfried Bönig.

Blick auf den Kölner Dom im Sommer / © shutterstock/trabantos (shutterstock)
Blick auf den Kölner Dom im Sommer / © shutterstock/trabantos ( shutterstock )

Der Knabenchor am Kölner Dom singt unter anderem Werke von Christian Heiß, Johann Crüger und Giovanni Pierluigi da Palestrina.

Im heutigen Evangelium gibt es das berühmte Gespräch am Jakobsbrunnen zwischen Jesus und der Frau aus Samárien, das für die damalige Zeit sehr ungewöhnlich war. 

Aus dem Johannesevangelium

In jener Zeit kam Jesus zu einer Stadt in Samárien, die Sychar hieß und nahe bei dem Grundstück lag, das Jakob seinem Sohn Josef vermacht hatte. Dort befand sich der Jakobsbrunnen. Jesus war müde von der Reise und setzte sich daher an den Brunnen; es war um die sechste Stunde. Da kam eine Frau aus Samárien, um Wasser zu schöpfen. Jesus sagte zu ihr: Gib mir zu trinken! Seine Jünger waren nämlich in die Stadt gegangen, um etwas zum Essen zu kaufen. Die Samaríterin sagte zu ihm: Wie kannst du als Jude mich, eine Samaríterin, um etwas zu trinken bitten? 

Die Juden verkehren nämlich nicht mit den Samarítern. Jesus antwortete ihr: Wenn du wüsstest, worin die Gabe Gottes besteht und wer es ist, der zu dir sagt: Gib mir zu trinken!, dann hättest du ihn gebeten und er hätte dir lebendiges Wasser gegeben. Sie sagte zu ihm: Herr, du hast kein Schöpfgefäß und der Brunnen ist tief; woher hast du also das lebendige Wasser? Bist du etwa größer als unser Vater Jakob, der uns den Brunnen gegeben und selbst daraus getrunken hat, wie seine Söhne und seine Herden? Jesus antwortete ihr: Wer von diesem Wasser trinkt, wird wieder Durst bekommen; wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird niemals mehr Durst haben; vielmehr wird das Wasser, das ich ihm gebe, in ihm zu einer Quelle werden, deren Wasser ins ewige Leben fließt. Da sagte die Frau zu ihm: Herr, gib mir dieses Wasser, damit ich keinen Durst mehr habe und nicht mehr hierherkommen muss, um Wasser zu schöpfen! Er sagte zu ihr: Geh, ruf deinen Mann und komm wieder her! Die Frau antwortete: Ich habe keinen Mann. 

Seit 1. September 2025 neuer Domkapellmeister: Alexander Niehues / © Beatrice Tomasetti (DR)
Seit 1. September 2025 neuer Domkapellmeister: Alexander Niehues / © Beatrice Tomasetti ( DR )

Jesus sagte zu ihr: Du hast richtig gesagt: Ich habe keinen Mann. Denn fünf Männer hast du gehabt und der, den du jetzt hast, ist nicht dein Mann. Damit hast du die Wahrheit gesagt. Die Frau sagte zu ihm: Herr, ich sehe, dass du ein Prophet bist. Unsere Väter haben auf diesem Berg Gott angebetet; ihr aber sagt, in Jerusalem sei die Stätte, wo man anbeten muss. Jesus sprach zu ihr: Glaube mir, Frau, die Stunde kommt, zu der ihr weder auf diesem Berg noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet. Ihr betet an, was ihr nicht kennt, wir beten an, was wir kennen; denn das Heil kommt von den Juden. Aber die Stunde kommt und sie ist schon da, zu der die wahren Beter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit; denn so will der Vater angebetet werden. Gott ist Geist und alle, die ihn anbeten, müssen im Geist und in der Wahrheit anbeten. Die Frau sagte zu ihm: Ich weiß, dass der Messias kommt, der Christus heißt. Wenn er kommt, wird er uns alles verkünden. Da sagte Jesus zu ihr: Ich bin es, der mit dir spricht. Inzwischen waren seine Jünger zurückgekommen. Sie wunderten sich, dass er mit einer Frau sprach, doch keiner sagte: Was suchst du? oder: Was redest du mit ihr? Die Frau ließ ihren Wasserkrug stehen, kehrte zurück in die Stadt und sagte zu den Leuten: Kommt her, seht, da ist ein Mensch, der mir alles gesagt hat, was ich getan habe: Ist er vielleicht der Christus? 

 © gary yim (shutterstock)

Da gingen sie aus der Stadt heraus und kamen zu ihm. Währenddessen baten ihn seine Jünger: Rabbi, iss! Er aber sagte zu ihnen: Ich habe eine Speise zu essen, die ihr nicht kennt. Da sagten die Jünger zueinander: Hat ihm jemand etwas zu essen gebracht? Jesus sprach zu ihnen: Meine Speise ist es, den Willen dessen zu tun, der mich gesandt hat, und sein Werk zu vollenden. Sagt ihr nicht: Noch vier Monate dauert es bis zur Ernte? Sieh, ich sage euch: Erhebt eure Augen und seht, dass die Felder schon weiß sind zur Ernte! Schon empfängt der Schnitter seinen Lohn und sammelt Frucht für das ewige Leben, sodass sich der Sämann und der Schnitter gemeinsam freuen. Denn hier hat das Sprichwort recht: Einer sät und ein anderer erntet. Ich habe euch gesandt zu ernten, wofür ihr euch nicht abgemüht habt; andere haben sich abgemüht und euch ist ihre Mühe zugutegekommen. Aus jener Stadt kamen viele Samaríter zum Glauben an Jesus auf das Wort der Frau hin, die bezeugt hatte: Er hat mir alles gesagt, was ich getan habe. Als die Samaríter zu ihm kamen, baten sie ihn, bei ihnen zu bleiben; und er blieb dort zwei Tage. Und noch viel mehr Leute kamen zum Glauben an ihn aufgrund seiner eigenen Worte. Und zu der Frau sagten sie: Nicht mehr aufgrund deiner Rede glauben wir, denn wir haben selbst gehört und wissen: Er ist wirklich der Retter der Welt. (Joh 4,5-42)

Auslegung zum Sonntagsevangelium von Peter Köster SJ

Jesus hatte durch sein erfolgreiches Wirken den Argwohn der Pharisäer geweckt. Bevor es zu einem Konflikt kommt, verlässt er Judäa und kehrt nach Galiläa zurück. Dabei nimmt er den kürzesten Weg durch Samarien, der von orthodoxen Juden gemieden wurde. Wörtlich heißt es: „Er musste aber den Weg durch Samarien gehen.“ Wenn sonst im Evangelium dieses „muss“ (dei ) genannt wird, wie im Gespräch mit Nikodemus (Joh 3, 14), so ist das ein Hinweis, dass Gott im Spiel und sein Wille am Werk ist.

Jesus kommt in der Nähe von Sychar an einen Brunnen, den Jakob einst gegraben hatte. Es ist um die sechste Stunde, die Zeit der größten Mittagshitze. Jesus ist erschöpft (kekopiakós) und setzt sich am Brunnen nieder. Die Jünger sind in die Stadt gegangen, um etwas zum Essen einzukaufen. Jesus ist allein.

Das Bild vom abgearbeiteten, erschöpften Jesus, der sich von seinen Gegnern zurückzieht und seine Jünger zur Ernte schickt, offenbart die Grenzen seiner menschlichen Möglichkeiten und deutet auf sein Sterben. Diese Deutung wird noch dadurch verstärkt, dass die Begegnung mit der Samariterin „um die sechste Stunde“ war. Es ist ziemlich ungewöhnlich, dass eine Frau zur Zeit der größten Mittagshitze an den Brunnen außerhalb der Stadt kommt. Wasser holen tat man am Morgen oder am Abend. Aber auf einer tieferen Ebene macht diese Bemerkung Sinn: Es ist dieselbe Stunde, in der Jesus (später) zum Tod verurteilt wird (Joh 19, 13 f.). Beide Formulierungen sind identisch. Bevor das Gespräch mit der Samariterin beginnt, kommt jene Stunde in den Blick, da Jesus danach „dürstet“, allen das Neue Leben zu geben (Joh 19, 28).

Peter Köster SJ (Theologe, geistlicher Lehrer, * 1936), aus: Ders., Lebensorientierung am Johannes-Evangelium. Eine geistliche Auslegung auf fachexegetischer Grundlage, 59–60, © EOS Verlag, St. Ottilien 2013

Kölner Dommusik: Die vier Chöre am Kölner Dom

Die Kölner Dommusik besteht aus vier Chören und hat mit diesen den Auftrag die Gottesdienste an der berühmten Kölner Kathedrale, dem Kölner Dom, musikalisch auf hohem Niveau zu gestalten. Darüber hinaus ist sie als Kulturbotschafter auch außerhalb Kölns eine feste Größe.

Der Mädchenchor am Kölner Dom ist einer der vier Domchöre / © Beatrice Tomasetti (DR)
Der Mädchenchor am Kölner Dom ist einer der vier Domchöre / © Beatrice Tomasetti ( DR )
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