Vatikan für mehr Hilfen für Kinder und Schulöffnung

Die "verletzlichsten Opfer" der Pandemie

Kurz vor Weihnachten hat der Vatikan die Lage der Kinder in der Pandemie in den Fokus gerückt. In zwei Schreiben fordern die vatikanische Covid-Kommission sowie die Päpstliche Akademie für das Leben mehr Hilfe für Kinder und Jugendliche.

Leeres Klassenzimmer / © Cristian Gennari/Romano Siciliani (KNA)
Leeres Klassenzimmer / © Cristian Gennari/Romano Siciliani ( KNA )

Sie sprechen sich zugleich für eine umfassende Schulöffnung aus. Papst Franziskus nutzte die Veröffentlichungen, um erneut Impfen als "Akt der Liebe" hervorzuheben.

Die Covid-Kommission des Vatikan verweist darauf, dass Kinder die "verletzlichsten Opfer" der Pandemie seien. Sie seien millionenfach von Todesfällen naher Angehöriger, Armut, Hunger, fehlender Bildung und Gewalt betroffen. Besonderes Augenmerk legt das Papier darauf, dass Kinder, die direkte Angehörige verloren haben, möglichst in ihrem Familienumfeld bleiben sollten.

Mehr Mittel für Kinderschutz gefordert

Zugleich verurteilt die Kommission jede Form von Gewalt gegen Kinder und Jugendliche und fordert mehr Mittel für Kinderschutz.

Die Politik müsse schnellstmöglich Impfungen weltweit gerecht verteilen, so die Experten. Auch benötigten Familien besondere Unterstützung, insbesondere solche, die unter Armut leiden.

Kirchliche Organisationen seien aufgerufen, von Covid betroffenen Familien und Kindern zu helfen. Auch sollten kirchliche Organisationen das familiäre Umfeld stärken und die wachsende Gewalt gegen Kinder anprangern.

Für eine Öffnung von Schulen

Die Päpstliche Akademie für das Leben spricht sich dezidiert für eine Öffnung von Schulen aus. Täglicher Schulbesuch sei nicht nur ein pädagogisches Mittel; für alle, aber vor allem für Jugendliche, sei Schule ein Ort, an dem das "Leben" gelernt werde: Beziehungen, freundschaftliche Bindungen und das Zusammenleben. "Lasst die Kinder in die Schule gehen!", so der eindringliche Appell.

Die Experten sprechen von einer "parallelen Pandemie" mit Blick auf soziale und psychische Probleme. So führen sie aus, dass geschlossene Schulen viele Kinder von Bildung abschnitten. Das liege teils daran, dass sie stattdessen arbeiten müssten, und teils an fehlender digitaler Ausstattung. Andere wiederum verfielen in eine Online-Sucht. Vielen Kindern fehle auch das Schulessen, ganz zu schweigen von fehlenden sozialen Kontakten und psychischen Folgen.

Familie als Ort von Erziehung und Bildung

Infolge der Pandemie sei die Familie als Ort von Erziehung und Bildung wieder in den Fokus gerückt, so das Schreiben. Dabei hätten sich auch viele Probleme gezeigt, etwa bei beschränkten Wohnverhältnissen oder beim m Vereinbaren von Familie und Beruf.

Zugleich habe die Pandemie die besonderen Ressourcen von Kindern offengelegt. So könnten bereits die Kleinsten Empathie zeigen und verstünden, dass andere krank seien, litten oder gar dem Tod nahe seien. Ebenso sei in den Monaten der Pandemie ihre Widerstandsfähigkeit gewachsen. Kinder und Jugendliche dürften bei ihren Erfahrungen mit Schmerz und Leid nicht allein gelassen werden.

Auch Vertrauen in die Wissenschaft und Forschung sei und müsse den Kindern weiterhin nahegebracht werden, heißt es in dem Papier. Dazu gehöre der Wert von Impfungen für alle weltweit.

Autor/in:
Anna Mertens
Quelle:
KNA