Kirchen in Deutschland feiern eingeschränkt Ostergottesdienste

Das Fest in Pandemie-Zeiten

Die Kirchen in Deutschland werden an den Ostertagen weitgehend Präsenzgottesdienste unter Corona-Hygiene-Bedingungen feiern. Bei den Regelungen in den einzelnen Gemeinden kommt es aber auch auf die dortigen Inzidenzwerte an.

Zum Gebet gefaltete Hände / © Lars Berg (KNA)
Zum Gebet gefaltete Hände / © Lars Berg ( KNA )

Während im vergangenen Jahr die Gottesdienste ohne Anwesenheit von Gläubigen stattfanden, sind 2021 eingeschränkt Besucher mit Maske unter Abstandsregeln sowie oft mit Anmeldung erlaubt. Die Bitte der Bundesregierung an Kirchen und Religionsgemeinschaften auf rein virtuelle Versammlungen zurückzugreifen, wurde wieder zurückgenommen.

Beschränkungen wegen Inzidenzwerten möglich

Erhöhte Inzidenzwerte können in einzelnen Gemeinden jedoch weitere Beschränkungen nach sich ziehen. So wurde etwa in Regensburg die Osternacht im Dom wegen einem Wert über 100 und der daraus folgenden nächtlichen Ausgangssperre auf 19 Uhr vorgezogen.

In den meisten Regionen finden Gottesdienste nur statt, sofern die Corona-Inzidenz unter 200 liegt. Deswegen untersagte nach einem massiven Corona-Ausbruch unter Mitgliedern einer freikirchlichen Gemeinde und einer Sieben-Tages-Inzidenz von über 700 die Stadt Lage im nordrhein-westfälischen Kreis Lippe alle Präsenzgottesdienste bis nach Ostern. Auch katholische Pfarreien im bayerischen Kulmbach sagten kurzfristig wegen einer sehr hohen Inzidenz ihre Gottesdienste wieder ab.

"Christen wollen Ostern feiern und sehnen sich nach gewohnten Ritualen, zu denen der feierliche Gottesdienst dazugehört. Gemeinsam die Auferstehung Jesu feiern - das gibt Hoffnung und Kraft", sagte der Osnabrücker Bischof und stellvertretende Vorsitzende der Bischofskonferenz, Franz-Josef Bode, im Vorfeld des ältesten und wichtigsten Fest der Christen. Trotz der Gottesdienste unter Einhaltung der Corona-Regeln seien zahlreiche Menschen auf Angebote ohne Präsenz angewiesen.

Zusätzliche digitale oder hybride Formate

Die meisten Gemeinden haben zusätzliche digitale oder hybride Formate, Feiern im Freien und ähnliches mehr organisiert. Im Internet hat die Bischofskonferenz Informationen über die Feiertage sowie verschiedene Anregungen aus den (Erz-)Bistümern wie Familiengottesdienste zu Hause, Gebetsimpulse im Alltag oder kreative Bastelangebote für Kinder gesammelt.

Die kostenlose App KaTe (als Abkürzung für "Katholische Termine") oder Online-Terminkalender bieten die Möglichkeit nach digitalen katholischen Gottesdiensten und anderen Veranstaltungen zu suchen.

Auch die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) verwies in der Debatte um Absagen von Präsenzgottesdiensten darauf, dass die Kirchen bei der Durchführung der Feiern in den vergangenen Monaten gezeigt zu haben, dass sie um ihre Verantwortung wüssten. Die orthodoxen Kirchen in Deutschland betonten, sie ständen "solidarisch an der Seite der anderen Kirchen". Das orthodoxe Osterfest ist in diesem Jahr erst am 2. Mai.

Juden und Muslime vertrauen auf Hygienekonzepte

Der Zentralrat der Juden in Deutschland wies auf einen "engen und vertrauensvollen Austausch" mit dem Bundesinnenministerium und das Grundrecht auf Religionsfreiheit hin. An dem Wochenende, an dem Christen das Osterfest feiern, begehen Juden die letzten Tage ihres achttägigen Pessach-Festes. Moscheeverbände in Deutschland erklärten, dass sie angesichts ihres bestehenden Hygienekonzepts keinen Grund zu Einschränkungen beim Freitagsgebet sähen.

Der Vorsitzende des Islamrats für die Bundesrepublik Deutschland (IRD), Burhan Kesici, sagte, ihm sei generell kein Fall einer Covid-19-Ansteckung während eines Gottesdienstes unter Hygieneregeln bekannt.

Symbolbild Gestreamter Gottesdienst / © Corinne Simon (KNA)
Symbolbild Gestreamter Gottesdienst / © Corinne Simon ( KNA )
Autor/in:
Rainer Nolte
Quelle:
KNA
Mehr zum Thema