Caritas-Chefin fordert höhere Bezahlung für Freiwilligendienste

Unterschied zu freiwilligem Wehrdienst

Die Bundeswehr wirbt verstärkt um Soldaten. Wer stattdessen einen anderen Dienst für die Gesellschaft leistet, sollte nach Meinung von Caritas-Präsidentin Eva Maria Welskop-Deffaa mehr als nur ein „Taschengeld” bekommen.

Das christliche Menschenbild ist die Grundlage der Studienangebote / © Halfpoint (shutterstock)
Das christliche Menschenbild ist die Grundlage der Studienangebote / © Halfpoint ( shutterstock )

Die Präsidentin des Deutschen Caritasverbandes, Eva Maria Welskop-Deffaa, ruft dazu auf, angesichts des in Kraft getretenen neuen Wehrdienstes auch die Stärkung ziviler Dienste im Blick zu behalten. Die Aufstockung der Mittel um 50 Millionen Euro in diesem Jahr sei zwar "ein wichtiges Signal der Regierungskoalition", sagte sie den Partnerzeitungen der Neuen Berliner Redaktionsgesellschaft (Samstagausgaben). Welskop-Deffaa erinnerte allerdings zugleich an die ausdrückliche Zusage, "Freiwilligendienste gerade auch für junge Menschen aus einkommensärmeren Familien zugänglicher zu machen".

Eva-Maria Welskop-Deffaa / © Gordon Welters (KNA)
Eva-Maria Welskop-Deffaa / © Gordon Welters ( KNA )

In dem Zusammenhang kritisierte die Caritas-Präsidentin die fast 2.000 Euro Unterschied in der monatlichen Bezahlung zwischen zivilen Diensten und Bundeswehr. Die Erhöhung der Bezüge bei der Truppe durch das Wehrdienstmodernisierungsgesetz "verschärft im Hinblick auf das Taschengeld einerseits und den Wehrsold andererseits vorläufig die Ungleichheit zwischen dem freiwilligen Wehrdienst und den Freiwilligendiensten enorm", erklärte sie.

Die geplanten Verbesserungen für die Freiwilligendienste müssten nun "zeitnah" erfolgen. Derzeit bekommen Bundesfreiwilligendienstleistende rund 640 Euro pro Monat, Wehrdienstleistende dagegen rund 2.600 Euro brutto.

Mobilitätszuschuss für Freiwillige

Die Caritas-Präsidentin forderte darüber hinaus einen "Mobilitätszuschuss bis zur Höhe des Deutschlandtickets für alle Freiwilligen". Wichtig seien zudem Investitionen in das Netz von Trägern der Freiwilligendienste - wie Sozialverbände, Jugendclubs oder Umweltorganisationen. Nach den Worten von Welskop-Deffaa haben hier "die Kürzungen der letzten Jahre etliche Träger veranlasst, auszusteigen".

Caritas Deutschland

Der Deutsche Caritasverband (DCV) ist der größte Wohlfahrtsverband Europas. Die Dachorganisation katholischer Sozialeinrichtungen setzt sich für Menschen in Not ein. Mit rund 700.000 hauptamtlichen Mitarbeitern - 80 Prozent sind Frauen - ist die Caritas zudem der größte private Arbeitgeber in Deutschland. Der Begriff "caritas" stammt aus dem Lateinischen und bedeutet Nächstenliebe. Der 1897 in Köln gegründete Verband unterhält Geschäftsstellen in Freiburg, Berlin und Brüssel.

Hinweisschild der Caritas / © Michael Althaus (KNA)
Hinweisschild der Caritas / © Michael Althaus ( KNA )
Quelle:
KNA