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4. August-Woche: hl Bernhard Herbstgruß und Barteltag mit kaltem Hauch

In einer kleinen Reihe beleuchtet "Wetterprophet" Bernhard Michels altes Wetterwissen und Bauernregeln. Zum Beispiel: "Wenn abends laut die Grillen zirpen, wird es schönes Wetter geben. Wenn sie schweigen, kommt Regen."

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"Am Grillenzirpen kann man sogar die Temperatur ablesen", weiß Bernhard Michels: "Sie beginnen erst bei 14 Grad zu zirpen und je schneller sie Zirpen, desto höher ist die Temperatur.  Mit dieser Regel hier, soll man ausrechnen können, wieviel Grad Celsius es ist: Man zähle die Zirptöne der Grillen Minute lang, zähle 50 hinzu und teile durch 9."

Wetterphänomene Wissenschaft und Bauernregeln

Wetterkapriolen narren selbst Wissenschaftler: Vorhersagen Tiefdruck- und Hochdruckgebiete ankündigen und großflächig Regengebiete oder wolkenlosen Himmel abbilden. Ob der Schauer dann wirklich im eigenen Garten runterkommt oder nicht, also lokale Wetterphänomene, kann man meistens nicht ablesen. Jedenfalls nicht am Wetterbericht.

Wie das Wetter im eigenen Umfeld wird, haben Bauern seit Jahrhunderten nicht nur beobachtet, sondern sie haben Gesetzmäßigkeiten und Zusammenhänge mit Hilfe von Bauernregeln festgehalten und weitergegeben. Immer wieder werden von "Wetterpropheten" neue Zusammenhänge erkannt und gedeutet. Königskerze, Weinrebe oder Ameisenhügel – Wetterpropheten wagen anhand der ungewöhnlichsten Phänomene Vorhersagen.

Lostage der 4. August-Woche

Im bäuerlichen Arbeitsjahr läutete das Ende des Augustes die Aussaat für das Wintergemüse ein. Eine Zeit, die über Hunger und Wohl in kalten Tagen bestimmte
Im Laufe der Zeit haben sich Volksglaube, Wetterbeobachtungen und Wissen über die Natur zu Bauernregeln verwoben und mit bestimmten Tagen verbunden, den Lostagen. Von diesen sind die meisten Heiligengedenktage. Hier zwei aus dieser Woche:

20. August: hl. Bernhard
Bernhard von Clairvaux (1090–1153) stammte aus einer adeligen Familie in Burgund und trat 1112 in das Reformkloster Cîteaux ein. 1115 wurde er mit zwölf Mönchen nach Clairvaux gesandt, um dort ein neues Kloster zu gründen, dessen Abt er wurde. Von hier aus gründete er 69 weitere Klöster (Zisterzienser). Bernhard war ein begabter Prediger. Er ist Patron der Imker, Wachszieher und Barkeeper, der Bienen, gegen Kinderkrankheiten, Besessenheit (Dämonie) und Tierseuchen, bei Gewitter und Unwetter sowie in der Todesstunde.

Wie Sankt Bernhard ist,
der September misst.

Sankt Bernhard schön –
guter Herbst vorauszuseh‘n.

 

24. August: hl. Apostel Bartholomäus (Barteltag)

Bartholomäus (oder Nathanael nach Johannes 1,45–50) gehörte zu den zwölf Aposteln. Der bis ins 2. Jahrhundert zurückreichenden Überlieferung zufolge wirkte Bartholomäus als Wanderprediger in Armenien, Indien und Mesopotamien, wo er als Märtyrer starb. Seit 1238 wird seine Hirnschale im Bartholomäus-Dom in Frankfurt/Main aufbewahrt. Er ist Patron der Fischer, Bergleute, Gipser, Bauern, Winzer, Hirten, Lederarbeiter, Gerber, Sattler, Schuhmacher, Schneider, Bäcker, Metzger, Buchbinder und (in Florenz) der Öl- und Käsehändler sowie gegen Haut- und Nervenkrankheiten, Zuckungen, Dämonen und Geister.

Kommt Sankt Bartholomä
wird den Vögeln angst und weh.

Bartholomä
schütt’ kalt Wasser in den See.

 

(Zitate sind Auszug aus: Kurt Haberstich / Gerhard Hartmann, Wie Heilige unser Wetter bestimmen, topos premium Verlag / 20.60 €)


Bernhard Michels / © Heike Sicconi (DR)
Bernhard Michels / © Heike Sicconi ( DR )
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