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1. August-Woche: Petri Ketten, Störche und Patron der Astronomen

In einer kleinen Reihe beleuchtet "Wetterprophet" Bernhard Michels altes Wetterwissen und Bauernregeln. Zum Beispiel: "Was der August nicht kocht, kann der September nicht braten."

Störche auf dem Dach / © Patrick Pleul (dpa)
Störche auf dem Dach / © Patrick Pleul ( dpa )

"Das war immer eine wichtige Regel", sagt Bernhard Michels: "Denn, was im August nicht reift, kann im September nicht verzehrt werden. Wenn der August zu kalt war und das Getreide nicht gereift ist, dann kann es sein, dass es nicht ausreift. An der Regel ist immer noch was dran."

Wetterphänomene Wissenschaft und Bauernregeln

Wetterkapriolen narren selbst Wissenschaftler: Vorhersagen Tiefdruck- und Hochdruckgebiete ankündigen und großflächig Regengebiete oder wolkenlosen Himmel abbilden. Ob der Schauer dann wirklich im eigenen Garten runterkommt oder nicht, also lokale Wetterphänomene, kann man meistens nicht ablesen. Jedenfalls nicht am Wetterbericht.

Wie das Wetter im eigenen Umfeld wird, haben Bauern seit Jahrhunderten nicht nur beobachtet, sondern sie haben Gesetzmäßigkeiten und Zusammenhänge mit Hilfe von Bauernregeln festgehalten und weitergegeben. Immer wieder werden von "Wetterpropheten" neue Zusammenhänge erkannt und gedeutet. Königskerze, Weinrebe oder Ameisenhügel – Wetterpropheten wagen anhand der ungewöhnlichsten Phänomene Vorhersagen.

Lostage der 1. August-Woche

"Sextilis" wurde der August genannt, bis Kaiser Augustus zum Andenken mehrerer glücklicher Ereignisse seinen eigenen Namen vom Senate verleihen ließ. Er ist ein wichtiger Erntemonat, weil die meisten Getreidesorten nun reif sind. Im Laufe der Zeit haben sich Volksglaube, Wetterbeobachtungen und Wissen über die Natur zu Bauernregeln verwoben und mit bestimmten Tagen verbunden, den Lostagen. Von diesen sind die meisten Heiligengedenktage. Hier zwei aus dieser Woche:

1. August: Petri Kettenfeier

Petri Kettenfeier bezieht sich auf die in der Apostelgeschichte (12,5–10) berichtete wundersame Befreiung des Petrus aus dem Kerker in Jerusalem. Papst Gregor der Große (um 540–604) bestimmte dieses Datum als Fest Petri Kettenfeier.

Ist’s vom Petrus bis Laurentius [10. 8.] heiß, dann bleibt der Winter lange weiß.

Zu Petri Kettenfeier von diesem Ort ziehen die ersten Störche fort.

 

4. August: hl. Dominikus

Dominikus (um 1170–1221) gründete 1215 die Dominikaner (Ordo Fratorum Praedicatorum), die in evangelischer Armut als Wanderprediger das Wort Gottes verkündigen sollten. Der Dominikanerorden breitete sich schnell über die ganze Welt aus. Nach der Kalenderreform von 1969/70 ist der 8. August sein Gedenktag. Er ist Patron der Astronomen, Schneider, Näherinnen und Ordenspriester sowie gegen Fieber und Hagel.

Hitze an Sankt Dominikus, ein strenger Winter folgen muss.

Zu Dominik wachsen Rüben dick.

 

(Zitate sind Auszug aus: Kurt Haberstich / Gerhard Hartmann, Wie Heilige unser Wetter bestimmen, topos premium Verlag / 20.60 €)

Bernhard Michels / © Heike Sicconi (DR)
Bernhard Michels / © Heike Sicconi ( DR )
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