Sechstes Konzert der Orgelfeierstunden 2021

Wenn der Michel den Kölner Dom grüßt

Der Michel ist das Wahrzeichen Hamburgs. Michelkantor Jörg Endebrock ist der Kirchenmusiker an der markanten evangelischen Kirche. Er gestaltete am Dienstagabend ein Konzert im Kölner Dom - mit drei Komponisten aus dem 20. Jahrhundert.

Neue Glocken für den Hamburger Michel / © Daniel Reinhardt (dpa)
Neue Glocken für den Hamburger Michel / © Daniel Reinhardt ( dpa )

Offiziell heißt der Michel "Sankt Michaelis" und ist die evangelische Hauptkirche der Hansestadt. Sie ist nach dem Erzengel Michael benannt und war durch ihren markanten Turm für die Schifffahrt nicht nur lange ein Orientierungspunkt, sondern bis heute für die gesamte Stadt ein Wahrzeichen – in dieser Hinsicht ist sie gut mit dem Kölner Dom vergleichbar, der das Wahrzeichen der sprichwörtlichen Domstadt ist.

Jörg Endebrock ist seit Januar 2020 Kantor und Organist am Michel. Gemeinsam mit Manuel Gera ist er damit für die Musik in Gottesdiensten und Konzerten an St. Michaelis verantwortlich. Zudem ist er als Konzertorganist im In- und Ausland unterwegs; für das sechste Konzert der diesjährigen Orgelfeierstunden ist er nach Köln an die Klais-Orgel gekommen. Endebrock hatte drei Komponisten im Gepäck, die man bei Orgelkonzerten nicht unbedingt oft hört, am bekanntesten dürfte noch Gerard Bunk sein.

Programm mit drei Komponisten

Der deutsch-niederländische Organist, Pianist und Komponist wirkte vor allem an der St. Reinoldi in Dortmund. An der dortigen legendären Walcker-Orgel, veranstaltete er zahllose Konzerte und komponierte umfangreich für die Orgel, aber auch für den Chor. 1958 starb Bunk nach einer langen und glanzvollen Karriere als Organist, hochangesehen von Persönlichkeiten wie Max Reger und Albert Schweitzer. Endebrock spielte im Kölner Dom von Bunk die Einleitung, Variationen und Fuge über ein altniederländisches Volkslied op. 31

Los ging das Konzert mit der Orgelsonate g-Moll op. 23 von Oskar Lindberg (1887-1955). 1906 wurde der schwedische Komponist und Organist an der Dreifaltigkeitskirche in Stockholm, von 1914 bis zu seinem Tode hatte er die Organistenstelle an der Engelbrektskyrkan inne. Mehr als 400 Werke schrieb er, darunter die Orgelsonate g-Moll, die über vier Sätze verfügt.

Den Abschluss des Konzertes bildete eine Art sinfonische Dichtung für die Orgel. Endebrock spielte vom französischen Komponisten Joseph-Ermend Bonnal (1880-1944) das Werk "Paysages euskariens" (Landschaften des Baskenlandes). In drei Sätzen werden drei Landschaften, beziehungsweise drei Bilder der Gegend musikalisch dargestellt. Bonnal hatte durch das Studium am Pariser Konservatorium Unterricht bei Gabriel Fauré und in Orgel bei Alexandre Guilmant und Louis Vierne.

Er assistierte außerdem unter anderem Charles-Marie Widor an Saint-Sulpice, oder auch Charles Tournemire an der Basilika Ste-Clotilde. Als Komponist sind vor allem seine Werke für die Orgel in Erinnerung geblieben – mit "Paysages euskariens" beendet Michelkantor Jörg Endebrock sein Konzert im Kölner Dom.

Anzahl des Publikums und Auflagen hängen an der Inzidenz

Auch für das sechste Konzert galt: Publikum ist generell bei den Orgelfeierstunden zugelassen, aber coronabedingt je nach aktueller Inzidenz beschränkt. Die Ticketvergabe erfolgte bislang über eine wöchentliche Kartenverlosung, die auf koelner-dom.de/orgelfeierstunden/ durchgeführt wird.

DOMRADIO.DE beginnt die Übertragung wöchentlich um 19:45 Uhr mit einer Werkführung zum jeweiligen Konzert.

Programm am 20. Juni 2021

Oskar Lindberg (1887-1955)
Orgelsonate g-Moll op. 23
Marcia elegiaca
Adagio
Alla Sarabanda
Finale (Allegro con brio)

Gerard Bunk (1888-1958)
Einleitung, Variationen und Fuge über ein altniederländisches Volkslied op. 31

Joseph-Ermend Bonnal (1880-1944)
Paysages euskariens (Landschaften des Baskenlandes)
1. La Vallée du Béhorléguy, au matin (Das Tal von Behorleguy am Morgen)
2. Le berger d’Ahusquy (Der Hirte von Ahusquy)
3. Cloches dans le ciel (Glocken im Himmel)

Jörg Endebrock
Michelkantor

 

Quelle:
DR
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