Symbolbild: Kinder mit Tablets
Symbolbild: Kinder mit Tablets
Symbolbild Digitaler Unterricht
Symbolbild Unterricht über digitales Medium, Homeschooling

09.02.2021

Experten warnen vor übermäßiger Mediennutzung in Corona-Zeiten "Irgendwann muss man den Stecker ziehen"

In Corona-Zeiten sind digitale Medien stärker gefragt denn je. Experten rufen indes zu einer umsichtigen Nutzung auf. Dies betrifft besonders Angebote, die ein suchtartiges Verhalten fördern.

Schon früh zeichnete sich ab, dass Online-Händler, Streaming-Dienste und Soziale Netzwerke zu den Gewinnern der Corona-Krise gehören. Die Nutzungszahlen sind stark gestiegen. Betriebe und Schulen nutzen digitale Plattformen, und auch privat bleiben viele Menschen über diese Kanäle in Kontakt.

Mehr Nutzung bedeutet im Umkehrschluss aber auch ein größeres Risiko, Opfer der Gefahren des Internets zu werden. Dem soll der "Safer Internet Day" entgegenwirken. Der weltweit begangene Aktionstag findet immer am zweiten Tag der zweiten Woche des zweiten Monats statt - in diesem Jahr also am kommenden Dienstag. Er soll für Gefahren der Internetnutzung sensibilisieren und für einen sicheren Umgang mit digitalen Medien werben - vor allem bei Kindern und Jugendlichen.

Bis zu 24 Stunden wöchentlich im Netz

Durch Online-Schooling und Homeoffice seien digitale Medien derzeit verstärkt im Einsatz, erklären aus diesem Anlass die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Daniela Ludwig (CSU), und der kommissarische Direktor der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA), Martin Dietrich. Einige digitale Angebote seien mit dem Risiko einer "suchtartigen Nutzung" verbunden: etwa für Computerspiele, aber auch Soziale Netzwerke und Unterhaltungsangebote.

Den Umgang mit diesen Angeboten müsse man erlernen, betont Ludwig. Aktuelle Studienergebnisse der BzgA zeigten, dass die Nutzung von Computerspielen und Internet unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Jahr 2019 weiter angestiegen sei. Bis zu 24 Stunden wöchentlich verbringen sie demnach mit diesen Aktivitäten. Besonders beliebt sind nach Worten Dietrichs der Austausch per Chat, das Streamen von Musik und Videos sowie das Surfen im Netz.

Priorisierung des Spielens über andere Lebensinhalte

Zwölf- bis 17-Jährige nutzen Computerspiele und Internet demnach durchschnittlich 22,8 Stunden pro Woche, 18- bis 25-Jährige durchschnittlich 23,6 Stunden. Diese Zahlen beziehen auf die Nutzung "just for fun", also nicht für Schule, Studium oder Arbeit. Ein ungesunder Medienumgang hat sich laut BzgA bei den Jugendlichen zwischen 2015 und 2019 auf 30,4 Prozent und bei den jungen Erwachsenen auf 23 Prozent erhöht.

Im vergangenen Sommer hatte eine Studie von DAK und dem Uniklinikum Hamburg-Eppendorf gezeigt, dass 600.000 bis 700.000 Kinder und Jugendliche Computerspiele und Soziale Medien riskant oder krankhaft nutzen. Eine krankhafte Computerspielsucht ist dabei eine von der Weltgesundheitsorganisation anerkannte Erkrankung: Sie geht demnach mit Kontrollverlust, einer zunehmenden Priorisierung des Spielens über andere Lebensinhalte sowie einem Weiterspielen trotz negativer Folgen einher.

"Wir brauchen mehr Digitalkompetenz"

Trotz Pandemie bräuchten Kinder und Jugendlichen immer wieder Pausen vom Bildschirm, mahnte die Drogenbeauftragte unlängst in der "Augsburger Allgemeinen". "Irgendwann muss man schlichtweg auch mal den Stecker ziehen und einfach mal etwas anderes machen", so Ludwig. Ansonsten sinke bei Kindern die Aufmerksamkeitsspanne und sie könnten sich in sich zurückziehen.

Es handelt sich allerdings nicht um ein reines Generationenproblem. Auch Erwachsene ertappen sich bisweilen selbst dabei, dass sie auf dem Handy die Uhrzeit nachschauen wollen - und es nach zehn Minuten Scrollen und Klicken weglegen, ohne zu wissen, wie spät es nun ist. "Wir brauchen mehr Digitalkompetenz", betont Marcus S. Kleiner, Buchautor, Professor für Medien- und Kommunikationswissenschaft und Vizepräsident für Kreativität und Interaktion an der SRH Berlin University of Applied Science.

Entscheidender Schritt im Jugendschutzgesetz fehlt

Digitalkompetenz bedeute dabei "mehr als zu wissen, welcher Button zu welchem Angebot führt", so Kleiner Viele Probleme würden nur auf der Ebene von Gefallen und Nichtgefallen diskutiert, kritisiert der Wissenschaftler - und auf dieser Ebene blieben die Menschen "größtenteils digitale Analphabeten".

Andere Fachleute betonen, Medienkompetenz allein helfe nicht. Das Netz sicher zu machen, sei eine Aufgabe von Politik, mahnt etwa der Kinderschutzbund. In der aktuellen Reform des Jugendschutzgesetzes fehle ein entscheidender Schritt: "diejenigen in die Verantwortung zu nehmen, die die Infrastruktur bereitstellen, auf der Pornografie und Gewaltdarstellungen verkauft und Straftaten wie Cybergrooming ermöglicht werden."

Paula Konersmann
(KNA)

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