Die Sorge um die Stabilität der Demokratie zog sich am Samstag durch viele Debatten auf dem Katholikentag. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) warnte vor gesellschaftlicher Spaltung und einer Radikalisierung durch Soziale Medien. "Ein bisschen mehr zu reflektieren, dass der andere vielleicht nicht völlig Unrecht hat, könnte uns in der Gesellschaft helfen", sagte Söder am Samstag auf dem Katholikentag in Würzburg. Mit Blick auf politische Instabilität mahnte er: "Wenn jetzt wieder eine demokratische Regierung scheitert, aus welchen Gründen auch immer, dann gehen wir den Weimarer Weg."
Im Interview mit DOMRADIO.DE drückte der bayerische Ministerpräsident seine Freude darüber aus, dass der Katholikentag in seinem Bundesland stattfinde. Als evangelischer Christ freue er sich außerdem "über das gemeinsame Zeugnis, das Bekenntnis und auch gerade über die Laien, die so engagiert sind. Denn das ist das, was die Kirche so wichtig macht. Neben der offiziellen Amtskirche braucht es das christliche Engagement und das finde ich hier großartig."
Er selbst wolle nicht in einem Land ohne Glauben leben, hatte Söder bereits am Mittwoch in Würzburg zum Auftakt des 104. Deutschen Katholikentags gesagt. Ein solches Land wäre anfälliger für Verrohung und politische Extreme. "Ohne Glauben wäre für mich das Leben auch einsamer und ich würde mich schwächer und alleine fühlen", fügte er wörtlich hinzu.