Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ruft die Christen in Deutschland zu mehr Zuversicht, Mut und gesellschaftlichem Engagement auf. "Wir müssen aufhören, uns selbst in die Ohnmacht und das Land in den Abgrund zu reden", sagte Steinmeier laut vorab verbreitetem Redemanuskript bei der Eröffnung des 104. Deutschen Katholikentags am Mittwoch in Würzburg.
Das Motto des Katholikentags "Hab Mut, steh auf!" komme zur rechten Zeit, fügte er hinzu: "Viele haben das Gefühl, es ginge nichts mehr, die Zukunft könne notwendigerweise nur düster sein." Doch gerade Christen müssten gegen Hoffnungslosigkeit aufstehen. "Eine Welt ohne Hoffnung und ohne Zuversicht, das ist nicht unsere Welt", ergänzte Steinmeier.
Der evangelische Bundespräsident warb erneut für ein engeres Miteinander der Konfessionen. Christen gehörten nicht nur zusammen, sondern müssten dies auch öffentlich deutlich machen. Katholiken- und Kirchentage seien inzwischen immer auch Begegnungsorte der Ökumene. "Wenn ich mir bei meiner letzten Rede auf dem Katholikentag als Bundespräsident etwas wünschen dürfte, dann bitte das: Mehr Ökumene wagen!", so Steinmeier, dessen zweite und letzte Amtszeit im März nächsten Jahres endet.
Steinmeier lobt Papst Leo XIV.
Der Bundespräsident würdigte außerdem das soziale Engagement von Kirchen, Caritas und Diakonie. "Unsere Gesellschaft lebt von diesem sozialen Dienst", sagte er: "Der Dienst vom Menschen am Menschen ist keine Selbstverständlichkeit, er verdient Achtung und Wertschätzung."
Mit Blick auf den seit gut einem Jahr amtierenden Papst Leo XIV. äußerte sich Steinmeier anerkennend. "Die Welt kann dankbar sein für diesen unerschrockenen Verkünder einer Botschaft von Gerechtigkeit und Frieden." Die Forderungen des Papstes nach größeren Anstrengungen für den Frieden verdienten Unterstützung und nicht Kritik - auch nicht von den Mächtigsten der Welt.