Die Philippinische Bischofskonferenz verteidigt das Amtsenthebungsverfahren gegen Vizepräsidentin Sara Duterte. Bischof Jose Colin Bagaforo bezeichnete es am Freitag auf der Website der Bischofskonferenz als eine demokratische Bewährungsprobe und wies Behauptungen zurück, es handele sich um politische Verfolgung.
Rechenschaftspflicht sei keine politische Schikane, so der Bischof. Sie sei "ein verfassungsrechtlicher und demokratischer Prozess" für Amtsträger, denen vom Volk "immense Macht anvertraut wurde". Bagaforo weiter: "Lasst die Beweise prüfen. Lasst die Wahrheit ans Licht kommen."
"In einem Land mit Korruptionsproblem"
Widerstand gegen die Rechenschaftspflicht würde "in einem Land mit einem Korruptionsproblem weiter das Vertrauen in die Politik untergraben", so der frühere Vorsitzende der Caritas Philippinen. Ende April hatte der Justizausschuss des Repräsentantenhauses einstimmig einen hinreichenden Verdacht für ein Amtsenthebungsverfahren gegen Duterte festgestellt.
Auf den Philippinen werden der Präsident und der Vizepräsident vom Volk gewählt. Die Wahlen 2022 hatten Marcos Jr. und Sara Duterte, Tochter von Ex-Präsident Rodrigo Duterte, als "Team der Einheit" klar gewonnen. Inzwischen sind aus den politischen Vertrauten erbitterte Feinde geworden.
Versöhnung ausgeschlossen
Spätestens seit Rodrigo Duterte mit der Billigung von Marcos Jr. im März 2025 wegen der Morde in dessen Drogenkrieg an den Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) ausgeliefert wurde, scheint eine Versöhnung zwischen den beiden Polit-Clans ausgeschlossen. Im April machte der IStGH den Weg für das Verfahren gegen Duterte wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit frei. Gleichzeitig kündigte Sara Duterte ihre Kandidatur für das Präsidentenamt 2028 an.