Bischof verteidigt Amtsenthebungsverfahren gegen Vizepräsidentin

"Lasst die Wahrheit ans Licht kommen"

Sara Duterte wird der Korruption und eines Mordauftrags gegen den philippinischen Präsidenten Ferdinand Marcos Jr. beschuldigt. In der kommenden Woche soll das Repräsentantenhaus der Philippinen über die Amtsenthebung entscheiden.

Flagge der Philippinen (dpa)
Flagge der Philippinen / ( dpa )

Die Philippinische Bischofskonferenz verteidigt das Amtsenthebungsverfahren gegen Vizepräsidentin Sara Duterte. Bischof Jose Colin Bagaforo bezeichnete es am Freitag auf der Website der Bischofskonferenz als eine demokratische Bewährungsprobe und wies Behauptungen zurück, es handele sich um politische Verfolgung.

Rechenschaftspflicht sei keine politische Schikane, so der Bischof. Sie sei "ein verfassungsrechtlicher und demokratischer Prozess" für Amtsträger, denen vom Volk "immense Macht anvertraut wurde". Bagaforo weiter: "Lasst die Beweise prüfen. Lasst die Wahrheit ans Licht kommen."

"In einem Land mit Korruptionsproblem"

Widerstand gegen die Rechenschaftspflicht würde "in einem Land mit einem Korruptionsproblem weiter das Vertrauen in die Politik untergraben", so der frühere Vorsitzende der Caritas Philippinen. Ende April hatte der Justizausschuss des Repräsentantenhauses einstimmig einen hinreichenden Verdacht für ein Amtsenthebungsverfahren gegen Duterte festgestellt.

Ferdinand Marcos Jr. / © Basilio Sepe (dpa)
Ferdinand Marcos Jr. / © Basilio Sepe ( dpa )

Auf den Philippinen werden der Präsident und der Vizepräsident vom Volk gewählt. Die Wahlen 2022 hatten Marcos Jr. und Sara Duterte, Tochter von Ex-Präsident Rodrigo Duterte, als "Team der Einheit" klar gewonnen. Inzwischen sind aus den politischen Vertrauten erbitterte Feinde geworden.

Versöhnung ausgeschlossen

Spätestens seit Rodrigo Duterte mit der Billigung von Marcos Jr. im März 2025 wegen der Morde in dessen Drogenkrieg an den Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) ausgeliefert wurde, scheint eine Versöhnung zwischen den beiden Polit-Clans ausgeschlossen. Im April machte der IStGH den Weg für das Verfahren gegen Duterte wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit frei. Gleichzeitig kündigte Sara Duterte ihre Kandidatur für das Präsidentenamt 2028 an.

Kirche auf den Philippinen

Die Philippinen sind neben dem kleinen Osttimor das einzige asiatische Land mit katholischer Bevölkerungsmehrheit. Etwa 80 Prozent der rund 109 Millionen Philippiner gehören der römisch-katholischen Kirche an; zudem gibt es rund 5 Prozent Muslime. Mehr als 330 Jahre spanischer Kolonialherrschaft haben den katholischen Glauben tief in der Gesellschaft verwurzelt. Der starke Volksglaube widerstand auch dem Versuch einer Protestantisierung nach Übernahme des Archipels durch die USA 1898.

Papstmesse zu 500 Jahren Christentum auf den Philippinen / © Cristian Gennari/Romano Siciliani (KNA)
Papstmesse zu 500 Jahren Christentum auf den Philippinen / © Cristian Gennari/Romano Siciliani ( KNA )
Quelle:
KNA