Philippinischer Priester lehnt Weihe zum Bischof ab

Nach "reiflicher Überlegung"

Eigentlich sollte Gerardo Saco Jr. am 26. Mai zum Bischof von Tagbilaran auf den Philippinen geweiht werden. Ernannt hatte ihn Papst Leo XIV. schon. Warum der Kandidat die Weihe nun doch überraschend ablehnte.

Pileoli in Weiß, Schwarz, Rot und Purpur im Schneidergeschäft Mancinelli, in dem liturgische Kleidung produziert wird, am 2. Mai 2025 in der Schneiderei in Rom / © Cristian Gennari/Romano Siciliani (KNA)
Pileoli in Weiß, Schwarz, Rot und Purpur im Schneidergeschäft Mancinelli, in dem liturgische Kleidung produziert wird, am 2. Mai 2025 in der Schneiderei in Rom / © Cristian Gennari/Romano Siciliani ( KNA )

Nach "reiflicher Überlegung" hat ein katholischer Priester auf den Philippinen seine geplante Weihe zum Bischof abgelehnt. Gerardo Saco Jr. hätte eigentlich am 26. Mai zum Bischof von Tagbilaran geweiht werden sollen. In einem Beitrag auf Facebook begründete der 61-Jährige seine Entscheidung nun mit "persönlichen Unzulänglichkeiten" und bat um Verständnis für seinen kurzfristigen Sinneswandel.

Papst Leo XIV. hatte Saco erst vor gut einem Monat offiziell als Nachfolger von Alberto Uy, der als Erzbischof nach Cebu wechselte, zum Bischof von Tagbilaran auf der Insel Bohol ernannt. Saco hatte das Bistum schon zuvor als Administrator verwaltet. Nach Angaben von Uy hat der Vatikan Sacos Entscheidung akzeptiert. "Diese Entwicklung hat viele von uns, insbesondere die Gläubigen des Bistums Tagbilaran, betrübt", sagte Uy laut einer Mitteilung der Bischofskonferenz.

Saco wandte sich in seiner Erklärung persönlich an die Katholikinnen und Katholiken des Bistums: "Seien Sie versichert, dass ich mich weiterhin als Priester engagieren und Sie auf Ihrem Glaubensweg im auferstandenen Herrn begleiten werde, der uns in Zeiten der Prüfung und Not niemals verlässt."

Kirche auf den Philippinen

Die Philippinen sind neben dem kleinen Osttimor das einzige asiatische Land mit katholischer Bevölkerungsmehrheit. Etwa 80 Prozent der rund 109 Millionen Philippiner gehören der römisch-katholischen Kirche an; zudem gibt es rund 5 Prozent Muslime. Mehr als 330 Jahre spanischer Kolonialherrschaft haben den katholischen Glauben tief in der Gesellschaft verwurzelt. Der starke Volksglaube widerstand auch dem Versuch einer Protestantisierung nach Übernahme des Archipels durch die USA 1898.

Papstmesse zu 500 Jahren Christentum auf den Philippinen / © Cristian Gennari/Romano Siciliani (KNA)
Papstmesse zu 500 Jahren Christentum auf den Philippinen / © Cristian Gennari/Romano Siciliani ( KNA )
Quelle:
KNA