Die Annahme solcher Gelder untergrabe die Werte, die Jesus symbolisiere, und sende falsche moralische Signale an die Gläubigen, schreibt Erzbischof Alberto Uy von Cebu am Montag auf der Website der Philippinischen Bischofskonferenz. Die Organisatoren des diesjährigen Sinulog-Festivals zu Ehren des Jesuskindes "Santo Niño" müssten daher Sponsorengeld aus der Glücksspielbranche ablehnen.
Besonders unter den Armen und Schwächsten gebe es einen Zusammenhang zwischen Glücksspiel und Sucht, dem Zerfall von Familien und finanzieller Not, erinnerte der Erzbischof. Legales wie illegales Glücksspiel ist auf den Philippinen weit verbreitet und leicht zugänglich.
Auf der Homepage der Veranstaltung wird das Unternehmen "Bingo Plus" als Unterstützer des Festes genannt. Eigenen Angaben zufolge wurde es im Januar 2022 gegründet und beschreibt sich als "die führende digitale Bingo-Plattform des Landes, die Bingo-begeisterten Filipinos das Spiel jederzeit und überall anbietet".
Vier Millionen Teilnehmer
Das religiöse und kulturelle Sinulog-Fest zu Ehren von Santo Niño findet jedes Jahr am dritten Januarsonntag statt. 2025 nahmen rund vier Millionen Menschen teil. Im Mittelpunkt steht die Verehrung einer prachtvoll gekleideten alten Jesuskindfigur, die zu den meistverehrten christlichen Ikonen der katholisch geprägten Philippinen zählt.
1521 schenkte der portugiesische Seefahrer Ferdinand Magellan dem Herrscher von Cebu zu seiner Taufe die Figur, die heute hinter schusssicherem Glas in der Basilika Santo Niño in Cebu City aufbewahrt wird. Das Ereignis gilt als der Beginn der Christianisierung der Philippinen.