Deutsche Segnungspraxis ist laut Theologe Söding mit Rom abgestimmt

"Paare suchen Segen für ihre Beziehung"

Nach Aussagen von Papst Leo XIV. zur Segnung homosexueller Paare äußert sich nun der Theologe Thomas Söding. Deutschlands Praxis sei kein Alleingang, sondern mit Rom abgestimmt. Man müsse zwischen Segnungen und Trauungen unterscheiden.

Symbolbild Homosexuelles Paar / © NDAB Creativity (shutterstock)
Symbolbild Homosexuelles Paar / © NDAB Creativity ( shutterstock )

Der Theologe Thomas Söding sieht nach den jüngsten Aussagen von Papst Leo XIV. kein Problem bei Segnungen homosexueller Paare in Deutschland. Im Deutschlandfunk sagte Söding am Montag: "In Deutschland ist das, was mit gleichgeschlechtlichen Paaren passieren soll und kann, mit Rom abgesprochen und daran wird sich nichts ändern." 

Prof. Dr. Thomas Söding / © ZdK/ Peter Bongard (Zentralkomitee der deutschen Katholiken)

Leo gehe es vor allem darum, Segnungen klar von einer kirchlichen Trauung zu unterscheiden. Diese Linie werde auch in Deutschland eingehalten. 

Kritische Worte von Papst Leo XIV.

Papst Leo hatte sich zuletzt kritisch zu Segensfeiern für gleichgeschlechtliche Paare geäußert, nachdem Kardinal Reinhard Marx im Erzbistum München und Freising seinen Mitarbeitern Segnungen von geschiedenen, wiederverheirateten und homosexuellen Paaren erlaubt hat. 

Thomas Söding

"Die Frage ist eigentlich, wird offen drüber geredet oder wird nicht offen drüber geredet."

Nach Einschätzung Södings ist diese Praxis in vielen deutschen Bistümern längst verbreitet. Neu sei vor allem die größere Offenheit im Umgang damit. "Die Frage ist eigentlich: Wird offen drüber geredet oder wird nicht offen drüber geredet." 

Der Schritt von Marx sorge "für mehr Klarheit und das ist gut so". Zugleich verwies Söding auf den pastoralen Bedarf. Viele Paare suchten den Segen Gottes für ihre Beziehung. Die deutsche Handreichung ermutige Seelsorger zum Gespräch und Betroffene dazu, "um den Segen zu suchen".

Katholische Kirche erlaubt Segnung für homosexuelle Paare

Homosexuelle Paare können auch in der katholischen Kirche gesegnet werden. Die vatikanische Glaubensbehörde veröffentlichte eine Grundsatzerklärung, wonach katholische Geistliche unverheiratete und homosexuelle Paare segnen dürfen. In dem Text mit dem Titel "Fiducia supplicans" (deutsch: Das flehende Vertrauen) wird betont, dass dabei eine Verwechslung mit einer Eheschließung ausgeschlossen werden muss. Auch darf ein Geistlicher den Segen nicht im Rahmen eines Gottesdienstes erteilen.

Ein Regenbogen leuchtet über dem Petersdom vor dem Beginn der wöchentlichen Generalaudienz von Papst Franziskus im Vatikan / © Gregorio Borgia (dpa)
Ein Regenbogen leuchtet über dem Petersdom vor dem Beginn der wöchentlichen Generalaudienz von Papst Franziskus im Vatikan / © Gregorio Borgia ( dpa )
Quelle:
KNA