Der Theologe Thomas Söding sieht nach den jüngsten Aussagen von Papst Leo XIV. kein Problem bei Segnungen homosexueller Paare in Deutschland. Im Deutschlandfunk sagte Söding am Montag: "In Deutschland ist das, was mit gleichgeschlechtlichen Paaren passieren soll und kann, mit Rom abgesprochen und daran wird sich nichts ändern."
Leo gehe es vor allem darum, Segnungen klar von einer kirchlichen Trauung zu unterscheiden. Diese Linie werde auch in Deutschland eingehalten.
Kritische Worte von Papst Leo XIV.
Papst Leo hatte sich zuletzt kritisch zu Segensfeiern für gleichgeschlechtliche Paare geäußert, nachdem Kardinal Reinhard Marx im Erzbistum München und Freising seinen Mitarbeitern Segnungen von geschiedenen, wiederverheirateten und homosexuellen Paaren erlaubt hat.
Nach Einschätzung Södings ist diese Praxis in vielen deutschen Bistümern längst verbreitet. Neu sei vor allem die größere Offenheit im Umgang damit. "Die Frage ist eigentlich: Wird offen drüber geredet oder wird nicht offen drüber geredet."
Der Schritt von Marx sorge "für mehr Klarheit und das ist gut so". Zugleich verwies Söding auf den pastoralen Bedarf. Viele Paare suchten den Segen Gottes für ihre Beziehung. Die deutsche Handreichung ermutige Seelsorger zum Gespräch und Betroffene dazu, "um den Segen zu suchen".