Ex-kfd-Chefin König begründet Rücktritt mit Richtungsstreit

Kritik an Schwerpunktsetzung

Aufgrund von internem Streit über Reformen, Finanzen und Ausrichtung sieht die Ex-Chefin Anne König die kfd von ihrer Basis entfernt. Ihr Abgang soll eine Debatte anstoßen. Die Führung setzt auf behutsame Weiterentwicklung.

Protestierende mit Plakaten u.a. mit der Aufschrift "Licht ins Dunkel bringen - Jetzt (kfd)" bei einer Mahnwache / © Julia Steinbrecht (KNA)
Protestierende mit Plakaten u.a. mit der Aufschrift "Licht ins Dunkel bringen - Jetzt (kfd)" bei einer Mahnwache / © Julia Steinbrecht ( KNA )

Die zurückgetretene Bundesvorsitzende der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd), Anne König, hat ihren Schritt mit tiefgreifenden internen Konflikten begründet. In ihrer Stellungnahme, die der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) vorliegt, schreibt sie von einer Kluft, die sie zwischen Basis und Verbandsebene sehe. Ihr Rücktritt solle eine notwendige interne Debatte anstoßen. Zuerst hatte die Plattform communio.de berichtet

Anne König / © Kay Herschelmann (kfd)
Anne König / © Kay Herschelmann ( kfd )

König verweist in ihrer Stellungnahme auf grundlegende Differenzen über Reformen und Kurs des Verbands. Sie kritisiert dabei eine Fokussierung überörtlicher Gremien auf politische Stellungnahmen. Diese dürften weder die Bindung an die Heilige Schrift noch die Wertschätzung der Basisarbeit verdrängen. Andernfalls drohe weitere Entfremdung.

Kritik an Schwerpunktsetzung

Scharfe Kritik übt sie an steigenden Mitgliedsbeiträgen: Es sei "nicht zu vermitteln, dass sie in diesen Zeiten höhere Mitgliedsbeiträge entrichten". Stattdessen plädiert König für Einsparungen und niedrigere Beiträge, auch durch geringere Aufwandsentschädigungen im Vorstand. Inhaltlich fordert sie eine stärkere Ausrichtung auf die Ortsgruppen. Viele Mitglieder seien über die lokale Ebene zur kfd gekommen. Der Bundesverband müsse diese Arbeit stärker unterstützen.

Gespräche mit der Basis hätten sie bestärkt, "dass sich ein Engagement in dieser christlichen Gemeinschaft lohnt und dass sie es wert ist, dass wir ihre Zukunft sichern", so König. Zugleich seien "ganz offensichtlich umfassende Reformen" nötig.

Reaktion der kfd

Der Bundesverband betonte am Montag auf KNA-Anfrage dagegen sein Selbstverständnis als Interessenvertretung von Frauen in Kirche, Politik und Gesellschaft mit dem Ziel der Gleichberechtigung. Glaube, Vielfalt und Gemeinschaft gehörten zusammen. Zugleich verweist er auf seine mehrstufige Struktur und den Auftrag, auch gesellschaftspolitisch Stellung zu beziehen. Reformen würden in einem laufenden Prozess "behutsam" weitergeführt – unter Einbeziehung unterschiedlicher Perspektiven und mit Blick auf die finanzielle Lage.

Die CDU-Politikerin Anne König hatte das Amt seit Juni 2025 inne. Bis zur Wahl einer Nachfolgerin werde die Arbeit von den stellvertretenden Vorsitzenden Ulrike Göken-Huismann und Lucia Lagoda übernommen, hieß es am Freitag.

Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands ist mit rund 265.000 Mitgliedern der größte katholische Frauenverband und einer der größten Frauenverbände Deutschlands.

Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd)

Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) ist mit rund 265.000 Mitgliedern der größte katholische Frauenverband und einer der größten Frauenverbände Deutschlands. Wir machen uns stark für die Interessen von Frauen in Kirche, Politik und Gesellschaft und setzen uns für ihre Rechte ein.

Die kfd ist eine Gemeinschaft, die trägt und in der sich Frauen in vielfältigen Lebenssituationen gegenseitig unterstützen. Sie ist der Frauenort in der Kirche, offen für Suchende und Fragende.  

Ein Plakat der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) / © Julia Steinbrecht (KNA)
Ein Plakat der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) / © Julia Steinbrecht ( KNA )
Quelle:
KNA