"Eine wachsende Zahl von Frauen jeder Altersgruppe und in unterschiedlichen Teilen der Welt fühlen sich im Haus des Herrn nicht mehr zuhause - bis hin zu dem Punkt, dass sie es vollständig verlassen."
Mit diesen Worten kommentiert Ulrike Göken-Huismann, stellvertretende Bundesvorsitzende der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd), den kürzlich veröffentlichten Abschlussbericht einer Vatikan-Studiengruppe zur Rolle der Frau in der Kirche.
Die Studiengruppe analysierte die Herausforderungen von Frauen in der katholischen Kirche weltweit und kam zu dem Ergebnis, dass sie nicht ausreichend eingebunden und für ihr Engagement gewürdigt würden.
Die kfd begrüßt zwar die Initiative von Papst Franziskus, die Studie im Rahmen der Weltsynode in Auftrag zu geben. Jetzt wenden sie sich an seinen Nachfolger Papst Leo XIV. Der Vatikan müsse nun sofort handeln und "entsprechende Änderungen im Sinne der Geschlechtergerechtigkeit" einleiten.
Konkrete Forderungen der kfd sind die "schnelle Genehmigung der Partikularnorm zur Predigterlaubnis" sowie die "Zulassung von Frauen zum sakramentalen Diakonat". "Es ist schade, dass Rom nicht früher auf die offensichtlichen Entwicklungen reagiert hat", so Göken-Huismann. "Sie haben einfach die Zeichen der Zeit ignoriert."
kfd als kirchliche Heimat für viele Frauen
Seit Jahrzehnten setzt sich die kfd für Reformen in der katholischen Kirche ein, damit Frauen ihre Berufung und Gaben gleichberechtigt einbringen können. "Für viele katholische Frauen ist die kfd selbst zu einer kirchlichen Heimat geworden", betont Göken-Huismann. "Viele bleiben der Kirche gerade wegen der Gemeinschaft und des Engagements im Frauenverband verbunden."
Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) ist mit rund 265.000 Mitgliedern der größte katholische Frauenverband und einer der größten Frauenverbände Deutschlands. Sie vertritt die Interessen von Frauen in Politik, Kirche und Gesellschaft auf nationaler und internationaler Ebene.