Parolin rate den USA und Israel, "so schnell wie möglich damit aufzuhören, denn die Gefahr einer Eskalation steht wirklich vor der Tür", berichten Vatikanmedien. Zudem müsse der Libanon in Ruhe gelassen werden. Der Chefdiplomat des Vatikans äußerte sich am Mittwoch am Rande einer Buchvorstellung in Rom.
Neben außenpolitischen Themen skizzierte Parolin auch seine Zusammenarbeit mit Papst Leo XIV. "Es ist sehr einfach", sagte er über die gemeinsame Arbeit, "es gibt einen guten Dialog, einen schönen Austausch. Er hört viel zu, und es herrscht ein gutes Verhältnis."
Anderer Stil im neuen Pontifikat
Parolin äußerte sich auch zum Stil von Papst Leo. Dessen Wortmeldungen seien "in Ton und Inhalt stets maßvoll, in einer Zeit, in der Recht hat, wer am lautesten und am häufigsten schreit, ohne seine Aussagen zu begründen". Der Vergleich von Leo XIV. mit dem "stärkeren, direkteren und prägnanteren Stil von Papst Franziskus" zeige, dass jeder Papst sein Amt anders ausübe.
"Alle haben das Erbe ihrer Vorgänger aufgegriffen und ihren eigenen Dienst an der Kirche weiterentwickelt. Auf diese Weise entsteht Kontinuität", so Parolin, der bereits seit 2013 Kardinalstaatssekretär und damit die Nummer zwei im Vatikan ist.