Priester wegen Kinderpornografie in einstweiligen Ruhestand versetzt

Kürzung der Bezüge

Das Bistum Münster hat einen ehemaligen Pfarrer aus Recklinghausen im Zusammenhang mit Kinderpornografie in den einstweiligen Ruhestand versetzt. Nach der strafrechtlichen Verurteilung beginnt künftig das kirchenrechtliche Verfahren.

Ein Collarhemd / © LightField Studios (shutterstock)

Das teilte das Bistum Münster am Montag mit. Der Mann war 2024 durch das Amtsgericht Recklinghausen wegen Besitzes von Kinder- und Jugendpornografie zu einer Freiheitsstrafe auf Bewährung von einem Jahr und drei Monaten verurteilt worden.

Der Dom in Münster / © Malkidam (shutterstock)

Das kirchenrechtliche Verfahren wird auf Weisung des Vatikans vom Offizialat Münster geleitet. Nach diesem Urteil werde das Bistum über das weitere Vorgehen entscheiden, hieß es. Die Versetzung in den einstweiligen Ruhestand gehe mit einer Kürzung der Bezüge einher.

Zudem sind dem Priester laut Bistum alle priesterlichen und seelsorglichen Tätigkeiten untersagt.

Bistum nahm Priester 2022 aus dem Dienst

Mit der Verurteilung durch das Amtsgericht Recklinghausen war eine Geldauflage zugunsten des Kinderschutzbundes sowie eine verpflichtende Therapie verbunden. Das Bistum Münster hatte den Mann nach eigenen Angaben aus dem Dienst genommen, sobald im November 2022 die polizeilichen Ermittlungen gegen den Priester bekannt wurden.

Bistum Münster

Mit rund 1,59 Millionen Katholikinnen und Katholiken ist das Bistum Münster die mitgliederstärkste Diözese in Deutschland. Aber auch hier hat die Kirche mit schwindenden Mitgliederzahlen und den Folgen daraus zu kämpfen. Zwar rechnet das Bistum für das laufende Jahr mit Kirchensteuereinnahmen von rund 454,7 Millionen Euro. Die "Kirchensteuerkraft" – also das, was sich die Diözese mit dem Geld leisten kann – lässt aber stark nach: Bis 2060 soll sie sich im Vergleich zu 2017 halbiert haben.

Sankt-Paulus-Dom in Münster. / © Jörg Loeffke (KNA)
Sankt-Paulus-Dom in Münster. / © Jörg Loeffke ( KNA )
Quelle:
KNA