Ein Gedenkort zur Mahnung und Erinnerung an Betroffene von sexualisierter Gewalt in der Kirche wird am Montag im Paderborner Dom öffentlich vorgestellt. Das Mahnmal des Kölner Künstlers Christoph Brech trägt nach Angaben des Erzbistums den Namen "memory - Aufdecken + Erinnern". Herzstück des Gedenkortes in der Brigidenkapelle ist demnach ein Tisch, der dem Memory-Spiel nachempfunden ist. Unter drehbaren Feldern finden sich Paare von Texten und Bildern, die Betroffene als persönliche Zeugnisse eingebracht haben.Christoph Brech – memory (Arbeitstitel)
Der Künstler Brech habe das Mahnmal in enger Abstimmung mit dem Erzbistum, dem Metropolitankapitel und der Unabhängigen Betroffenenvertretung geschaffen, hieß es. Der Paderborner Erzbischof Udo Markus Bentz hatte das Mahnmal als ein "wichtiges öffentliches Zeichen" bezeichnet. Der Gedenkort hole die Menschen, die sexuellen Missbrauch erleiden mussten, "in den Raum unserer Bischofskirche und macht ihre Stimmen hörbar". Das Mahnmal solle auch die Schuld der Täter aufzeigen und das Versagen der Institution Kirche im Umgang mit sexualisierter Gewalt bekennen.
Vom "Denk-mal" zum "Mach-mal"
Die Betroffenenvertretung im Erzbistum sieht in dem Mahnmal durch seine Konzeption "eine konkrete Handlungsaufforderung". Es sei "Denk-mal" und "Mahn-mal" und ermutige als "Mach-mal" zur Interaktion und Auseinandersetzung.
Am 12. März soll eine unabhängige Studie zu Missbrauch im Erzbistum veröffentlicht werden, die von Wissenschaftlern der Universität Paderborn im Auftrag des Erzbistums erstellt wurde. Die Untersuchung nimmt die Zeit von 1941 bis 2002 in den Blick. Das Erzbistum hat dazu vertiefende Dialogveranstaltungen in den Regionen der Erzdiözese mit Vertretern der Betroffenen angekündigt. Das Thema Missbrauch sei ein Teil der Wirklichkeit "unserer Kirche", erklärte Bentz. Es sei wichtig, darüber gemeinsam zu reden.