DOMRADIO.DE: Herr Kardinal, wir haben einen neuen Vorsitzenden der Bischofskonferenz. Wie finden Sie das?
Rainer Maria Kardinal Woelki (Erzbischof von Köln): Ich freue mich, gratuliere ihm herzlich und wünsche ihm Gottes Segen. Das ist das Wichtigste, was er in dieser schwierigen Situation gebrauchen kann. Er hat auch von mir alle Unterstützung, die ich ihm geben kann.
DOMRADIO.DE: Bischof Wilmer hat gerade sehr stark mit dem Evangelium argumentiert. Haben Sie einen sehr frommen Bischof gewählt?
Woelki: Das ist das Normale und das Selbstverständlichste für einen Bischof. Deshalb gibt es uns als Kirche. Wir sind keine politische Partei, sondern mit dem Evangelium unterwegs. Wir müssen diese Welt vom Evangelium her gestalten, auch mit Blick auf die Menschen und mit Blick auf die politischen und gesellschaftlichen Herausforderungen. Das ist unser Auftrag und unsere Aufgabe.
Insofern denke ich, dass es gut ist, dass er das Evangelium in den Mittelpunkt stellt und dass er vor allen Dingen auch das aufgreift, was Papst Franziskus in dem Brief an uns als Kirche in Deutschland geschrieben hat, dass wir eben die Evangelisierung in den Mittelpunkt unserer Bemühungen zu stellen haben.
DOMRADIO.DE: Wie läuft es ansonsten hier auf der Versammlung?
Woelki: Sehr gut, es ist ein gutes und herzliches Miteinander. Wir haben uns gefreut, einander wiederzusehen. Jetzt müssen wir schauen, wie die Beratungen weitergehen. Wir stehen noch relativ am Anfang.
Das Interview führte Johannes Schröer.